Stauseelauf Schotten 2004 - www.planet-coolrunners.de

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Stauseelauf Schotten 2004

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Ein Trainingslauf mit Bestzeit

Wie verrückt muss ein Läufer sein? Ich musste Überstunden abbauen und so nutzte ich die Woche vom 16.-22. August zu einem kleinem Trainingslager. Am Montag und Mittwoch wurde zweimal trainiert, am Dienstag standen 3000m Intervalle auf dem Programm und am Samstag ein drei Stunden-Lauf. Für den Freitagabend hatte ich mich kurzfristig für einen Halbmarathon ganz in meiner Nähe angemeldet. Der Donnerstag und Sonntag waren Ruhetage. Insgesamt kam ich in dieser Woche auf 130 Kilometer. Nebenbei bemerkt, soviel wie noch nie. Aber es sind auch tote Kilometer, welche mir eigentlich nicht viel bringen auf dem Weg zum Marathon, denn die Woche zuvor konnte arbeitsbedingt nur schlecht trainiert werden und kommende Woche sieht es wieder nicht gut aus. Aber was soll es. Es geht in diesem Bericht ja um den Halbmarathon.
Eigentlich total verrückt einen Wettkampf zwischen schweren Trainingseinheiten zu laufen, aber ich sah den Stauseelauf von Schotten eigentlich nicht als reinen Wettkampf. Es sollte ein schnellerer Trainingslauf werden mit einer Zeit zwischen 1:35-1:40 Stunden, um mich schon mal an etwas Tempo auf längeren Strecken zu gewöhnen. Und außerdem wusste ich nicht, ob sich meine Beine nicht für die harte Woche rächen würden.
Ca. 1 Stunde vor dem Start regnete es kurz und es kühlte sich auf wirklich ideale Laufbedingungen ab. Mit etwas Verspätung ging es gegen 18:45 Uhr endlich los. Gelaufen wurden 1,6 Kilometer bis zum Zielbereich und danach 4 Runden a´ 4,875 Kilometer. Auf den ersten Kilometern lief ich locker in einer Gruppe mit, welche konstant 4:20 min/km lief. Nach der ersten Runde wurde die wurde die Gruppe etwas langsamer und ich beschloss diese Gruppe zu verlassen und mein Tempo solange zu laufen, wie die Beine es zuließen. Ich versuchte immer wieder zu Läufern aufzuschliessen, welche vor mir liefen. Und wenn ich sie dann hatte, ging es dann zum nächsten. Dabei wird man automatisch schneller und ich lief die Kilometer 8-14 mit Zeiten um die 4,15 min/km. Ich wartete auf meinem obligatorischen Einbruch, der eigentlich immer zwischen Kilometer 13 und 16 kommt. Doch er kam nicht. Und als ich kurz vor Kilometer 17 das letzte mal auf die Seerunde geschickt wurde, wusste ich, dass, wenn nichts mehr passiert und ich laufe um die 4,20 min/km wie bisher, eine neue Bestzeit drin ist. Die alte wurde im Herbst 2002 in Fulda aufgestellt und damals lief ich 1:31:39 h. Angetrieben von diesen positiven Gedanken wurde der Schritt länger und lockerer und damit schneller. Die Kilometer wurden jetzt in 4,06 min/km gelaufen. Bei Kilometer 19 ein letzter Blick auf die Uhr. Die neuen Zeiten nochmal nachgerechnet und es war WAHNSINN. Ich lief auf eine Endzeit von unter 1:30 Stunden hin. Was ich die letzten 3 Jahre immer wieder probiert hatte und wo ich immer am selbstgestellten Druck scheiterte, sollte mir jetzt in einem "Trainingslauf" gelingen. Die letzten 2,1 Kilometer wurden in 8:25 min gelaufen und dann war es perfekt:

1:29:38,7 Stunde

Eine Verbesserung von 2 Minuten. Zwar fertig, aber total happy stand ich im Zielbereich und sah nun Läufer ins Ziel kommen, welche sonst vor mir ankommen. Als ich mich nach dem Aushang der offiziellen Ergebnisse auf den Heimweg machte, konnte ich es immer noch nicht richtig glauben. Unter 90 Minuten und das ungewollt, und nach der harten Woche. Auch in der Nacht war ich noch völlig aufgewühlt und konnte kaum schlafen. Schon vor dem Weckerklingeln am Samstagmorgen um 6 Uhr war ich wieder wach. So konnte ich mich also gemütlich auf den 3 Stunden-Lauf vorbereiten, welcher halb acht begann. Ich sag ja, TOTAL VERRÜCKT der Mann.

Für Statistiker, die Zwischenzeiten: 5 km 21:45,35min; 10 km 43:18,15 min; 15 km 1:04:28,98 h; 20 km 1:25:15,50 h; 21,1 km 1:29:37,39 h (alle Zeiten selbst gestoppt).
Die Zeit reichte für den 57. Platz von 349 Finishern und den 6. Platz in der MHK von 20 Läufern.


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