Nordseelauf 2012 - www.planet-coolrunners.de

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Nordseelauf 2012

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Von der Insel Neuwerk nach Cuxhaven beim
Nordseelauf 2012

Nach 4 Jahren habe ich mal wieder die Gelegenheit gefunden an einer Etappe beim Nordseelauf teilzunehmen. (Grund dafür ist ein beruflicher Aufenthalt in den nördlichen Gefilden unseres Landes.) Und das Beste daran, dass die einzigste Möglichkeit teilzunehmen die Schlussetappe war. Und Kenner des Nordseelaufes wissen, dass die Schlussetappe immer der ca. 12 Kilometer lange Lauf von der zu Hamburg gehörenden Insel Neuwerk durch Watt, Wasser und Briele nach Cuxhaven ist. Dieser Lauf ist immer wieder ein Highlight, aber auch immer sehr zeitaufwendig, weil man auf die Natur angewiesen ist. Ich versuche hier mal chronologisch den 16.06.2012 Revue passieren lassen.

Es ist 1:45 Uhr: Der Wecker klingelt. Da die Sachen schon gepackt sind, geht es ganz schnell. Bereits kurz nach 02:00 Uhr sitze ich im Auto und mache mich auf die ca. 200 Kilometer lange Strecke von der Ostsee- an Nordseeküste. Da es zum grössten Teil über mit Blitzer übersähte Bundesstraßen und Städte ging erreichte ich kurz nach 05:00 Uhr Cuxhaven.

05:45 Uhr: Der Busse kommen und bringen uns zum Fähranleger "Alte Liebe" von wo aus es zur Insel Neuwerk geht.

07:00 Uhr: Die erste von zwei Fähren setzt sich in Bewegung. Auf dieser ersten Fähre sitzen die Tagesläufer sowie einige Etappeläufer. Das Gro der Etappenläufer kann etwas länger schlafen, denn ihre Fähre startet erst gegen 10:00 Uhr.

"Erst gegen", "circa", "vielleicht auch etwas früher" sind die meistgenutzten Wörter wenn es in Fragen um den Zeitplan diese Laufes ging. Die Natur und das Wetter sind die größten Faktoren für dieses Laufevent. Im letzten Jahr hat mal aufgrund eines aufziehenden Unwetters die Läufer der ersten Fähre im letzten Moment wieder von der Insel geholt und ein Alternativprogramm angeboten. Und auch dieses Jahr wurde darauf hingewiesen, dass bei zu schlechten Wetter auch eine Übernachtung auf der Insel möglich ist. Aber dazu sollte es zum Glück nicht kommen.

Gegen 8:40 Uhr: Wir erreichen die Insel. Es ist windig aber die Sonne scheint. Die Temperatur liegt noch unter 10°C. Wir werden begrüßt von einen Seehundjungen, was sich im Sand in der Nähe des Fähranlegers sonnt. Auf der von nur 40 Personen bewohnten ca. 3,3 qkm großen Insel läuft es sehr professionell ab. Das einzigtse Restaurant der Insel bietet Kaffee und Kuchen in ausreichender Anzahl zum Verkauf und zum Mittag gab es Nudeln mit Soße. Der Bauer hat seine Pferde auf die Koppel bebracht, den Stall gesäubert und alles mit frischen Stroh ausgelegt, damit sich die Läufer die lange Wartezeit sinnvoll überbrücken können. Auch die Garagen waren mit Tüchen vollgestellt. Und diese Unterschlüpfe würden noch benötigt werden, wie sich leider später noch herausstellen sollte.

Nach 12:30 Uhr: Die zweite Fähre trifft auf der Insel ein und mit Ihnen viele alte Bekannte aus vergangenen Nordseeläufen. Neben netten Geprächen bringen sie aber auch schlechtes Wetter mit Starkregen und Gewitter mit. Immer wieder regnet es so stark, dass sich die gesamte Läuferschar sich in den Unterstellmöglichkeiten versammelt. Insgesamt warteten über 900 Läufer/innen und Waker/Innen auf besseres Wetter. Zum Regen kam noch erschwerend hinzu, dass es mit ca. 14°C nicht gerade sommerlich warm war.

15:30 Uhr: Jetzt wird es ernst. Die Taschen werden auf Wattwagen verladen und können aufs Festland verbracht werden. Doch auch gegen 16:15 Uhr sind die Wagen noch nicht abgefahren. Die Frage kam auf ob die Wattranger die Strecke schon freigegeben haben. Immerhin sollen die Walker/Innen in ca. dreissig Minuten starten und auf der Strecke mussten noch die Kilometerschilder aufgestellt werden.

16:45 Uhr: Trotz Aufwärmprogramm sind die Walker noch nicht auf der Strecke. Sie sollen jetzt doch gemeinsam mit den Läufern starten. Da es wiedermal oder immer noch regnet, läuft sich keiner warm. Wenn es überhaupt möglich ist, hüpft man sich etwas auf der Stelle ein.

Kurz nach 17:00 Uhr: Kein Witz, es hat aufgehört zu regnen. In fünf Minuten soll gestartet werden. Schnell noch ein paar kleine Bahnen gelaufen, zum Nordseelied von Klaus & Klaus geschunkelt und schon konnte es losgehen.

Zuerst wurden ca. 500 Meter auf der Strandwiese zurückgelegt, bevor es endlich ins Watt ging. Schnell wurde klar, dass heute noch viel Wasser da war. Es gab kaum Stellen wo kein Wasser stand. Und dort wo das Wasser verschwunden war, war das Watt schon richtig hart. Interessant war das Durchqueren der Priele. Von Knietief bis kurz vor die Hüpfte war alles dabei. Schon nach wenigen Metern war man von oben bis unten nass. Ich versuchte ohne Druck durch die Uhr zu laufen und so schaute ich auch nicht auf die einzelnen Kilometerzeiten. Nach kurzen Einlaufen hatte ich die ideale Geschwindigkeit gefunden. Nicht zu schnell, da ich ja noch die Rückfahrt vor mir hatte aber dennoch zügig. Nur nach 6 Kilometern wagte ich mal einen kurzen Blick auf die Uhr. 31:29 min stand drauf. Also ein Schnitt knapp über einen 5 Minuten-Schnitt. In der zweiten Hälfte dann mal ein kurzer Einbruch. Die Beine wollten nicht mehr so wie sie sollten. Es ist schon eine echte Kopfsache, wenn man das Ziel schon kurz nach dem Start vor Augen hat, ihn aber scheinbar nicht näher kommt. Erst als das Schild mit dem Hinweis das noch zwei Kilometer zu laufen sind erschien, ging es wieder ein wenig leichter. Auf den letzten 500 Metern wurde es nochmal richtig nass und schlammig. Wer bis dahin nicht eingesaut war, konnte das jetzt nochmal nachholen. Bevor die Ziellinie überquert war, ging es kurz über den Strand. Ein anstrengender Abschluss eines wiedermal richtig schönen Laufes. Und was sagte die Uhr: 1:02:33 h. Wenn man es mit der 6 Kilometer Zwischenzeit vergleicht, habe ich mein Tempo sehr konstant gehalten.

20:00 Uhr: Nach dem Duschen, was echt super geklappt hat und das sollte hier mal erwähnt werden, da sogar der letzte noch warmes Wasser bekam, kam die letzte Etappe des heutigen Tages. Die Rückkehr an die Ostsee. Dort bin ich dann auch gegen 23:00 Uhr angekommen und gleich ins Bett gefallen. Ein anstrengender aber schöner Tag ging zu Ende.

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