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Nordseelauf 2005

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Vernunft siegt - beim Nordseelauf 2005
"Die wohl härteste Entscheidung in meinem Läuferleben, aber die Richtige"

So dicht liegen Freud und Leid zusammen. Beim Nordseelauf 2005 musste ich es am eigenen Leibe erfahren. Nach 20 Tagen Laufpause freute ich mich riesig auf dieses Laufevent, was für mich der ideale Einstieg in die Marathonvorbereitungen für Köln werden sollte. Ohne großen Druck und Erwartungen ging es am

11. Juni in Wilhelmshaven (Südstrandlauf-Start:17:00 Uhr)

endlich los. Nach einem freudigen Wiedersehen mit alten Bekannten aus den letzten Jahren starteten pünktlich um 17:00 Uhr 323 Läufer auf der ersten Etappe, darunter 204 LäuferInnen, welche für die gesamte Tour gemeldet hatten. Zusammen mit Michael Brockhusen, Konkurrent um Platz 20 im letzten Jahr und einem echt netten Lauftypen, machte ich mich auf die zwei 5 Kilometer-Runden durch die Stadt und entlang des Jadebusens. Gemeinsam kämpften wir uns gegen immer wieder aufkommenden Gegenwind und einsetzenden Nieselregen. Dabei wurden wir beide schneller als vorher ausgemacht, aber es lief einfach zu gut. Und das trotz eines kleinen Problemes, was ich mir nicht erklären konnte. Irgendwie hatte ich es wieder geschafft mir eine Blase, wie sich später herausstellte eine richtig grosse Blutblase am rechten Fussballen zu laufen. Trotzdem erreichte ich eine Zeit von 41:37 min. Dies bedeutete Platz 23 in der Tageswertung (M30 Platz 7). In der Gesamtwertung rangierte ich nach dem ersten Lauf auf Platz 15, in der M30 auf Platz 5.

Die zweite Etappe führte uns am

12. Juni nach Borkum (Promenadenlauf-Start: 13:00 Uhr).

Im letzten Jahr erlebte ich ja hier mein Waterloo, wo ich bei tropischen Temperaturen böse eingebrochen bin. Dies vergessen zu machen war mein heutiges Hauptziel, doch schon nach wenigen Kilometern erwischte mich das Jagdfieber, als sich bei Kilometer 3 der in der Gesamtwertung und Altersklasse vor mir plazierte Jochen Chmilewski mit Herbert Hebek von unserer Gruppe löste. Entgegen meinem Vorhaben blieb ich an den beiden dran und gemeinsam kämpften wir gegen den leichten Regen, Wind und eisige Temperaturen. Zwischen den Dünen zwischen Kilometer 4 und 5, an der Stelle, wo im letzten Jahr der Einbruch begann, bekam ich Schmerzen im rechten Knie und musste kurz abreissen lassen. Aber ich kämpfte mich wieder ran und bis Kilometer 11 liefen wir in fast perfekten Belgischen Kreisel wie die Radfahrer dem Ziel entgegen. Als Herbert da das Tempo verschärfte blieb ich bei Jochen und erst auf den letzten Metern lief ich mir einen kleinen Vorsprung heraus und verkürzte damit meinen Rückstand auf ihn auf 1 Sekunde. Für die 11,8 Kilometer benötigte ich 48:23 min, und war somit ca. 8:30 Minuten schneller als im vergangenen Jahr. In der Tageswertung lief ich auf den 16. Platz von 276 Tagesläufern (M30 Platz 7). In der Gesamtwertung verbesserte ich mich auf den 13. Platz, in der M30 blieb ich auf Platz 5.

Die dritte Etappe startete am

13. Juni in Butjadingen von Burhave nach Tossens (Sand´Art-Lauf-Start: 18:00 Uhr).

Bereits im ersten Jahr wurde diese Strecke gelaufen und damals begann meine Aufholjagd auf Platz 5. Und auch dieses Jahr sollte ich wieder freudestrahlend im Ziel stehen. Trotz der beim Aufwärmprogramm wieder gekommenen Knieprobleme hieß mein Ziel, heute am Jochen vorbeizuziehen. Trotz des Konkurrenzkampfes einigten wir (Jochen, Herbert und ich) uns schon vor dem Start darauf, wieder gemeinsam zu laufen. Von unserer Taktik schienen aber auch andere angetan und so hatten wir drei 7! andere Läufer im Windschatten. Auf unsere Frage ob mal jemand anderes nach vorne gehen wollte, erklärte sich nur Norbert Siats dazu bereit, wie sich später herausstellen sollte, mein späterer Konkurrent um Platz 10. Nun machten wir zu viert Tempo aber es gelang uns nicht den "Rattenschwanz" hinten loszuwerden. Um nicht die lange Nase auf der Zielgerade gezeigt zu bekommen, erhöhten wir bei Kilometer 8 noch einmal das Tempo, was bedeutete, dass ich erstmals auf 100 % gehen musste, was ich während dieser Woche eigentlich nicht wollte. So im Laufwahn, mein Knie hatte übrigens bei Kilometer 6 aufgehört zu schmerzen, lief ich sogar Herbert, Norbert und Jochen davon. Im Ziel nach ca. 11,6 km hatte ich nach 46:53 min 25 Sekunden auf Norbert gutgemacht (Rückstand auf Platz 10 betrug nach dem Rennen 48 Sekunden) und auf Jochen (Vorsprung auf Platz 12: 41 Sekunden). Herbert lief/ läuft in einer anderen Liga, hatte in der Gesamtwertung an den ersten beiden Tagen schon über 2 Minuten auf mich gutgemacht. In der Tagesgesamtwertung wurde ich mit dieser Zeit 9. von 289 Startern (M30 Platz 5). In der Gesamtwertung der M30 hatte ich mich ebenfalls am Jochen vorbeigekämpft und lag jetzt auf Platz 4.

Am Morgen des

14. Juni stand in Carolinensiel (Frühstückslauf-Start:10:30 Uhr)

mit einem 7,4 Kilometer-Lauf die erste Tagesetappe an. Am Abend sollte es in Neuharlingersiel ebenfalls noch mal über 7 Kilometer gehen. Die 19 Kilometer von meiner Unterkunft in Esens-Bensersiel zum Startort legte ich mit dem Fahrrad zurück. Dort war alles mit dem Knie in Ordnung, aber bereits beim Warmlaufen fing es wieder an. Trotzdem liefen wir die selbe Taktik wie die letzten beiden Tagen, nur das ein Auge immer auf die Startnummer 184, Norbert Siats, gerichtet war. Nach der Wende bei Kilometer 3,7 konnte ich mich auch ein wenig von Norbert und Jochen absetzen. Aber ich merkte, dass es heute nicht so locker lief wie die letzten Tage, und das obwohl wir auf den Rückweg auch Rückenwind hatten. Nicht nur die Gras- sowie die Sandstrecke machten mir zu schaffen, sondern auch die kleinsten Deichanstiege. Im Ziel hatte ich zwar Norbert 7 Sekunden und Jochen 54 Sekunden abnehmen können, aber allein die Tatsache, dass ich nach den 30:46 Sekunden total fertig, kaputt und um Luft japsend auf den Boden lag, machte nicht nur mich stutzig. Ich schob es auf die Belastung der letzten Tage/Wochen, die Fahrradfahrt am Morgen und auf das Wetter, denn zum ersten mal kam die Sonne hinaus und sie hatte mit ihren Strahlen die Luft schon am späten Morgen auf fast 25°C erwärmt. Von 261 Tagesläufern wurde ich 12 (M30 Platz 5). In der Gesamtwertung verteidigte ich Platz 11, in der M30 den 4. Platz.

Während sich nach einem gemeinsamen Brunch alle anderen ein sonniges Plätzchen am Stand suchten, zog ich mir immer mehr Sachen an, weil ich fror. Als dann auch noch Halsschmerzen und Schluckbeschwerden dazukamen, konnte mir nur Dr. Lüdeking, ebenfalls ein Läufer, weiterhelfen. Seine Diagnose war zwar niederschmetternd, aber von mir fast schon erwartet. Neben einem roten Hals und vereiterten Mandeln hatte ich auch leichtes Fieber. Wie er meinte, könnten die Knieschmerzen auch mit der Erkältung in Zusammenhang stehen. Das kalte Wetter von der Radtour und auf Borkum, sowie die doch harten Belastungen forderten also seinen Tribut. Sein Rat heute Abend auszusetzten, den Pausentag am Mittwoch abzuwarten und am Donnerstag noch mal zu schauen, fand ich zwar nett, aber mein Entschluss stand fest. Mit schweren Herzen verabschiedete ich mich von den anderen Läufern, gratulierte Norbert zum Platz 10 (Er fand es wie alle anderen auch sehr schade, denn er hatte sich auf diesen Zweikampf gefreut, auch wenn er ahnte, so sagte er, dass ich mir diesen 10. Platz schon geholt hätte) ,und verabschiedete und bedankte mich beim Orga-Team. Am Mittwoch-Morgen machte ich mich auf den Rückweg nach Fulda, wo Corinna mich schon erwartete und wir machten uns hier noch ein paar schöne Tage.

Den Gesamtsieg holte sich zum dritten Mal nach 2002 und 2003 Heinz Dankers. Er holte den von der ersten bis zur siebten Etappe eigentlich souverän laufenden Jürgen Krause auf der letzten Etappe noch ein. Als erfahrener Wattläufer konnte er einen Rückstand von ca. 1 Minute noch aufholen und wurde Geamtsieger. Dritter wurde wieder einmal Markus Fisser.

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