Nordseelauf 2004 - www.planet-coolrunners.de

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Nordseelauf 2004

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I bin reif, reif, reif REIF für die Insel

Laufen, wo andere Urlaub machen


In diesem Jahr wird der beliebte Nordseelauf zu einem ganz besonderen Ereignis, denn zum ersten Mal verläuft die Streckenführung buchstäblich auch über alle 7 ostfriesischen Inseln.
Sie starten auf dem Festland in Norden, erleben ein atmosphärisches Inselhopping, das Sie in sieben Etappen über die ostfriesischen Eilende führt, bevor der "Hamburger-Watt-Lauf" von Neuwerk nach Cuxhaven den diesjährigen Nordseelauf beendet. ( Auszug aus dem Flyer zum Nordseelauf 2004)

Wenn das mal nichts ist. Klar das ich als leistungsorientierter Spaßläufer bei so was mitmachen muß. Und da ich an dem ersten Nordseelauf von 2002 noch gute Erinnerungen hatte, musste ich eigentlich nicht lange überlegen. (OK, der Preis hat mich schon mal kurz zweifeln lassen, aber man ist ja nur einmal jung).
Mein Ziel für diesen Laufevent: Schön wäre es, diese gut 92 Kilometer in unter 7 Stunden zu laufen, also jeden Lauf tempomässig voll durchzulaufen, um nach dieser Woche einen idealen Einstieg ins Marathontraining zu haben. Aber dabei muß und soll der Spaß trotzdem im Vordergrund stehen und das Wichtigste ist ganz klar: Es heißt verletzungsfrei durchzukommen.
(geschrieben Fr. 04.06.04 23:40)





1. Etappe (05.06.04): Norden-Norddeich - Ocean-Wave-Lauf Start: 16:30 Uhr

Vor dem Lauf erstmal großes Hallo. Freudiges Wiedersehen mit fast allen Läufern, welche auch beim ersten Mal dabeigewesen waren. Kurz vor dem Start, welcher sich wegen des großen Andrangs (ca. 350 Läufer) um eine gute halbe Stunde verschob, begann das gemeinsame Aufwärmprogramm, für welches wieder Wolfgang und Stoffel zu Verfügung standen. Auf dem Plan stand ein 10 Kilometer-Lauf, welcher in 2 Runden gelaufen werden sollte. Die Runde war relativ flach, ging zweimal über den Deich und bestand zum größten Teil aus Asphalt. Wenige Meter ging es auch über Rasen sowie über den Strand.
Unterwegs fehlten die Kilometerschilder, aber nach meinem Gefühl waren wir recht schnell unterwegs. Und als wir wieder über die Startlinie in die zweite Runde gingen, zeigte die Uhr 18:49,66 Minuten. Das konnte eigentlich nicht sein. Und im Ziel standen dann 36:49,16 min. Wenn das ein richtiger 10er gewesen wäre, dann wäre dies eine Fabelzeit. Nur stellte sich relativ schnell raus, das beim Abstecken der Runde eine ca. 500 m lange Schleife vergessen wurde, so dass am Ende nur 9,? Kilometer gelaufen wurden. Aber keine Sorge, den hier "verlorenen" Kilometer werden wir hundertprozentig irgendwo wieder rauslaufen.
In der Tageswertung reichte diese Zeit für Platz 31. In der Tourwertung schaffte ich den Sprung auf Platz 22. Fast 6 Minuten Vorsprung hatte ich auf den zweiten in der männlichen Hauptklasse (Arndt Vogelhuber) sowie 8 Minuten auf den dritten (Ronald Labitze) hinausgelaufen.




2. Etappe (06.06.04): Juist - Töwerlandlauf Start: 13:30 Uhr

Beginn der Streßtage: Teil 1 mit dem Doppelstarttag auf Juist und Norderney. Ab heute heißt es zeitig aufstehen. Punkt 7 Uhr saß ich am Frühstückstisch, um mich anschließend auf den Weg nach Norddeich zu machen, wo die Fähre nach Juist auf uns wartete. Sonniges, aber auch schon zu heißes Wetter hatten die Juister für uns bereitgestellt. Nach kurzem Aufwärmen ging es auf die vom Veranstalter beschriebene 2 km (haha, in Wirklichkeit 2,3 km) große Runde, welche 3 mal zu laufen war. Zuerst ging es gut einen Kilometer durch die City, bevor es dann für ca. 1000 Meter durch weichen, knöcheltiefen Strandsand ging. Über eine kleine Holzrampe wieder hinaus aus dem Sand und nach nur 300 Metern war man wieder im Bereich Start und Ziel. Die erste Runde Sand war ja noch lustig, aber ab der zweiten war es nicht mehr schön. Besonders das Stück raus aus dem Sand ließ einem die Beine schon mal wegsacken. Nach 31:37,72 Minuten, gute 6 Minuten nach dem Etappensieger, erreichte ich die Ziellinie. Meine Rundenzeiten betrugen 10:04,60 min, 10:46,14 min sowie 10:46,98 min.
Die Zeit hört sich ja recht langsam an, doch gesehen an den äußeren Bedingungen war sie doch recht zügig. Und außerdem stand ja nicht mal 5 Stunden später eine weitere Etappe an.

     




3. Etappe (06.06.04): Norderney - Königslauf Start: 18:00 Uhr

Nach kurzer Überfahrt und ca. 2 Stunden Aufenthalt, welche wir uns mit Volleyball auf dem heiligen Rasen des Kurparkes Norderney vertrieben, ging es an den Start. 6180 Meter standen auf dem Programm (Super, die Strecke stimmte!). Zuerst ging es aus dem Kurgarten hinaus und es wurde unterhalb der Deichpromenade (zwischen Meer und Deich) gelaufen. Nach gut 2 Kilometern ging es über den Deich und es wurde eine ca. 2 Kilometer lange Schleife hinter sowie auf dem Deich gelaufen, bevor es auf der hergekommenen Strecke zurück in den Kurgarten ging. Da alle Streckenabschnitte fast parallel zueinander verliefen, hatte man die Möglichkeit, nicht nur die unmittelbare Konkurrenz im Blick zu behalten, sondern man sah auch mal die Spitzengruppe, sowie den Lindwurm, der hinten dran hing. Ein schönes Bild.
Trotz der immer noch sehr heißen Temperaturen konnte ich mit meiner gelaufenen Zeit von 25:04,39 min sehr zufrieden sein. Damit habe ich mein erstes Ziel, welches ich mir vor der Tour insgeheim gestellt hatte, erfüllt. Ich wollte in diesem Jahr schneller anfangen, um nicht erst drei Etappen vor Schluß mich langsam an an meine Vorderleute ranzukämpfen. Nur muß sich jetzt rausstellen, ob die Zeiten in Verbindung mit den heißen Temperaturen nicht doch zu schnell waren.
Aber eins steht schon mal fest: Den Preis für den schlimmsten äh schönsten Sonnenbrand geht nur über mich.




4. Etappe (07.06.04): Borkum - Promenadenlauf Start: 13:30 Uhr

Das war die kürzeste Nacht dieser Woche. Nach nur 5 Stunden Schlaf ging es Richtung Emden, von wo aus die Fähre Richtung Borkum fuhr. Nach knapp 2 1/2 Stunden Überfahrt waren wir da. Los ging es wieder in der Mittagszeit. Die ersten drei der 11,8 Kilometer langen Strecke (11 waren ausgeschrieben) gingen auf der Uferpromenade entlang, bevor es kurzfristig etwas crossig wurde. Es ging nämlich über einen Pferdeweg sowie über kleinere Teilestücke Sand. Anschliessend ging es über befestigte Wege, meist Fahrradwege weiter. Bei Kilometer 10 kam nocheinmal ein etwas längeres Stück mit Sand, bevor es dann wieder auf die Promenade Richtung Start/ Ziel ging.
Ich hatte mich einer größeren Gruppe angeschlossen, in der u.a. auch Wibke, die Gesamtführende der Frauenwertung, sowie mit Martina eine Trainerin mitlief. Die Gruppe lief schon ein schnelles Tempo, aber ich konnte mithalten. Kurz vor Kilometer 5, wo die erste Getränkestation stand, ging es kurzfristig zwischen den Dünen lang. Hierdrin stand die Luft, auch heute hatten wir beinahe 30°C bei wenig Luftbewegung. Hier bemerkte ich das erste Mal, dass ich dieses Tempo nicht bis zum Ende mitgehen kann. Aber erstmal hieß es dranbleiben bzw. Sichtkontakt halten. Und letzteres gelang mir auch bis ca. Kilometer 8. Doch kurz nach der dort befindlichen Getränkestation kam der erwartete Einbruch. Und er traf mich richtig hart. Irgendwie kam nichts mehr. Langsam aber stetig fiel ich zurück und verlor Platz um Platz. Richtig schlimm wurde es als es bei Kilometer 10 über den Deich ging. Da hatte ich also die Quittung der ersten drei Etappen. Zusammen mit der Hitze und der Tatsache, heute zuwenig gegessen zu haben, quälte ich mich ins Ziel. Auf die Gruppe mit der ich solange zusammengelaufen bin, hatte ich auf den letzten 3 Kilometern fast 5 Minuten verloren. Aber trotz meiner 56:56,47 min, welche ich benötigte, hatte ich in der Gesamtwertung außer Zeitvorsprung keine Plazierung in der Gesamtwertung verloren. Aber das wird bestimmt morgen geschehen, da die Beine, insbesondere die Oberschenkel fest sind. Und da hilft auch kein Auslaufen & Abwärmen, und erst recht kein Sprung in die erst 14°C warme Nordsee.
Nicht vergessen sei die noch lange Rückfahrt von Borkum nach Emden mit der Fähre, und weiter mit den Bus nach Bensersiel, welches zusammen nochmal 4 Stunden betrug. Fast 15 Stunden hatte dieser Trip nach Borkum gedauert, und das nur, um eine Stunde zu laufen.




5. Etappe (08.06.04): Wangerogge - Up´n Diek Loop Start: 11:00 Uhr

Eigentlich geht es mir gut. Dies ist der erste Eindruck, als ich nach wiedermal viel zu kurzer Zeit aufstehen musste. Doch dieses Gefühl war bis zum Start verflogen. Ob es am ungewohnlichen Aufwärmprogramm lag. Beachvolleyball ist zwar schön, aber auch schön anstrengend und geht unheimlich in die Oberschenkel. Und die spürte ich recht bald, als es auf die erste der ausgeschriebenen zwei Runden a 6,5 Kilometer ging. Recht bald merkte man, dass sich die Kilometerschilder bei dem starken Wind, welcher teilweise herrschte, verschoben hatten. Folgte doch auf einenm Kilometer in ca. 5:30 min einer in 3:30. Sehr interessant waren auch die letzten 500 m einer Runde, lief man dafür doch annähernd Zeiten eines Kilometers. Zum Glück hatten ein paar Läufer ein mobiles GPS-System dabei, sodass man am Ende des Laufes erfuhr, wie lang die Strecke wirklich war. (AHA, daher weiß er also die genauen Kilometerzahlen). Das Ziel war hier auf Wangerooge nach 13,8 Kilometern erreicht.
Aufgrund meiner schweren Beine konnte ich nicht an das Tempo der letzten Tage (mit Ausnahme der letzten Kilometer auf Borkum natürlich) anschließen. Am Ende erreichte ich das Ziel in 1:02:29,20 Std. Durch die 2 Runden war interessant zu sehen, wie konstant man die identischen Kilometer läuft. So waren die ersten beiden Kilometer einer Runde sehr identisch, bevor die nächsten vier in der zweiten Runde zwischen 5 und 20 Sekunden schneller gelaufen wurden. Nur auf den letzten 900 Metern verlor ich deutlich zur Zeit aus der Vorrunde.
Nach dem Auslaufen wurde noch einmal der Beachvolleyballplatz besetzt und anschließend das Wasser getestet. Das schöne Wetter, wieder fast 30°C ließ es zu. Trotzdem bleibt Wangerogge mir in schlechter Erinnerung. Vergaß ich doch hier meine Badehose und meine Sonnenbrille :-( .




6. Etappe (09.06.04): Spiekeroog - Wrack-Verona-Lauf Start: 10:30 Uhr

Die beste Etappe in diesem Jahr, bisher zumindestens. Nicht meine Leistung, welche auf dem Niveau von gestern war, ist damit gemeint, sondern das Drumherum. Erstens stimmte die Strecke, gelaufen wurden 2 Runden a´ 6 Kilometer. Desweiteren war richtig gute Stimmung an der Strecke, insbesondere in dem Abschnitt, als es durchs Dorf ging. Und zu guter Letzt hatte die Kurverwaltung von Spiekerooge Nudeln mit verschiedenen Sossen gekocht, welche sie kostenlos an die Läufer verteilte.
Zum Lauf selber: Kurz vorher lief ich erstmal herum und suchte ein Blasenpflaster, hatte sich doch aus einer von meinen vielen Blasen eine überdimenisionalen gebildet. Einige der engeren Konkurrenz meinten, dass sie mit so einer Blase nicht mehr laufen wollten. Aber nicht mit mir, auf so einen Trick falle ich nicht rein. Aber mal im vollen Ernst. Die Blase behinderte mich schon ein bißchen. Da sie im Bereich des Fußballens war, lag sie genau im Auftretebereich eines Vorfußläufers, wie ich nun mal einer bin. Um die dadurch entstehenden Schmerzen auszugleichen, versuchte ich über Mittelfuß und Ferse aufzukommen. Diese ungewohnte Bewegung ging aber voll auf die eh schon schweren Oberschenkel. Für diese 12 Kilometer war von meiner Seite sowieso ein ruhiger Lauf geplant, um morgen auf Baltrum noch mal Gas zu geben. So lief ich zusammen mit Michael Kasper, einem Lustigen Läufer aus Steinbach, welcher auch die Tour mitlief. Wir liefen ein angenehmes Tempo und ließen uns auch von vorbeikommenden nicht anstecken. Bei idealen Laufbedingungen erreichten wir das Ziel in 55:22,92 min. Bis auf Kilometer 6, welcher deutlich langsamer war als Kilometer 1, und den letzten Kilometer, der logischerweise schneller war als der letzte Kilometer der Vorrunde wurden alle anderen Kilometer fast auf die Sekunde konstant gelaufen.

Da wir das erste Mal früh zurück waren, nutzen wir die Zeit um am Nachmittag in die Sauna zu gehen, also etwas für die Regeneration zu tun. Am Abend wurde es dann spät. Zusammen mit dem Orga-Team machten wir eine Pizzeria in Esens unsicher.




7. Etappe (10.06.04): Baltrum - Dornröschenlauf Start: 10:30 Uhr

Heute wollte ich noch mal alles geben. Erstens weil ich nun doch einige Plätze in der Gesamtwertung verloren habe, zweitens weil der Vorsprung in der MHK anfängt zu schmilzen und drittens weil es die mit 10 Kilometern kürzeste der noch zu laufenden Etappen ist. Und so begann ich auch das Tempo von Beginn an hoch zu halten. Ich ignorierte die Blasen und die Oberschenkel, musste mich am Ende aber dem Wetter geschlagen geben. Wiedermal sehr warme, an bestimmten Stellen richtig heiße und stehende Luft bestimmte diese fünf Kilometer-Runde, welche zweimal zu laufen war. Besonders lustig waren die Streckenposten drauf, welche vor Hasenlöchern warnen mussten. Diese kamen insbesondere dort vor, wo auf Naturwegen gelaufen wurde. Bis Kilometer 4 konnte ich das Tempo irgendwie halten, um danach von Kilometer zu Kilometer deutlich langsamer zu werden. Richtig hart wurde es für mich, als ich zwischen Kilometer 7 und 9 wieder über den Naturpfad musste. Nach 46:46,72 min rettete ich mich über die Ziellinie.
Trotz schönem Wetter wurde die erste Fähre zurückgenommen und der Nachmittag im Bett verbracht. Das war bitter nötig und hat wie sich später rausstellen soll, auch etwas gebracht.




8. Etappe (11.06.04): Langeoog - Pirolalauf Start: 12:00 Uhr

Ein Platz unter den ersten zwanzig hatte ich schon aufgegeben. Der Rückstand auf Platz 19 betrug nun schon 8 Minuten. Von hinten drohte keine große Gefahr. So ließ ich mich breitschlagen, jemanden (Matthias Hack) zu helfen, um seinen Platz unter den ersten 25 zu verteitigen. Die letzten drei Tage sind wir zum größten Teil zusammen gelaufen, doch auf den Schlusskilometern hatte er stets die besseren Reserven. Wir versuchten eine Zeit um die 4:30 min/km zu laufen. Dies gelang nicht immer, denn der Lauf wurde zur Windlotterie. Richtig starker Gegenwind machte allen zu schaffen. Schnell stellte sich bei mir heraus, dass Matthias trotz Windschatten (haha, wo kann man bei mir im Windschatten laufen) meine Zeiten nicht mitgehen konnte und langsam zurückfiel. Ich lief weiter um den verabredeten Schnitt und bei Kilometer 6, wo auch in diesem Jahr die Möglichkeit bestand auszusteigen, da hatte er wieder aufgeschlossen. Kurz darauf ging es über eine Holzbrücke mit für diese Gegend ungewohnten 12% Steigung. Und von da an lief ich wieder allein gegen den Wind. Nur in Gedanken den so erfolgreichen Lauf auf Langeoog 2002, was mich echt motivierte und im Blick Läufer die vor mir liefen. Mein Ziel war immer, mich an sie ranzukämpfen, kurz in ihren Windschatten auszuruhen um dann zum nächsten Läufer zu laufen. So bei Kilometer 9 ging es endlich hinunter vom Deich, was sich auch deutlich an den Kilometerzeiten wiederspiegelte. Angetrieben vom "männlichen Stolz" schaffte ich es Wibke bei Kilometer 11 einzuholen. Ihr: "Sieht gut aus, Frank!" motivierte noch mal zum Endspurt. Überraschenderweise war die Strecke kurz vor dem Ziel gegenüber 2002 geändert wurde. Anstatt links weg noch einmal über den Deich zu laufen, ging es rechts weg durchs Dorf, wo viele Zuschauer standen, die für ordentlich Stimmung sorgten. Nach 12,3 Kilometern und 54:59,76 min war ich wieder am Kurzentrum, wo sich auch der Start befand. Die Zeit ist etwas langsamer als die von 2002, aber da hatten wir auch 300 m weniger zu laufen und nicht soviel Gegenwind.
Überraschung nach der Siegerehrung: Im der Gesamtwertung hatte ich drei Plätze und fast 4! Minuten gut gemacht. Mit knapp einer Minute Rückstand auf Platz 19 rückte ich wieder in die Top Twenty. Damit stand auch fest, dass der Wattlauf am morgigen Tag doch kein Spaßlauf wird.




9. Etappe (12.06.04): Neuwerk-Cuxhaven - Hamburger-Watt-Lauf Start: 14:45 Uhr

Gestern nach dem Lauf wurde von Bensersiel nach Cuxhaven umgezogen. Ich habe Asyl in der Ferienwohnung von Markus Fisser (Dankeschön!) bekommen, wo auch Michael, Katja und Harald wohnten. Am Vorabend wurde noch mal ausreichend Fisch essengegangen, nur für den Fall, dass die Flut sich nicht an die Gezeiten halten sollte. Nach den in der alten WG üblichen Massageübungen ging es kurz vor Mitternacht ins Bett. Recht früh war die Nacht dann wieder zu Ende, fuhr die einzigste Fähre bereits um 08:30 Uhr. Nach gut 2 Stunden Überfahrt hieß es nun auf Ebbe warten. Nachdem die Insel, welche zur Stadt Hamburg gehört, besichtigt wurde, traf man sich im Bereich einer Gaststätte ein. Dort wurde zu vernünftigen Preisen Nudel, Kuchen und Kaffee angeboten. Wer konnte nutzte die Zeit zu einem kleinen Schläfchen. Der Start verzögerte sich erheblich, weil das Wasser nicht schnell genug abfloss. Dies sollte aber zu unseren Vorteil sein, denn es bedeutete Wind vom Meer, also Rückenwind.
Mit ca. 30 Minuten Verspätung gingen fast 500 Läufer (mehr lässt die Fähre und somit der Lauf nicht zu) dann an den Start. Ich hatte mich in die erste Reihe gestellt und los ging es. Klar konnte ich das Tempo der Spitzenläufer nicht mitgehen, mein Ziel war es aber, die vor mir in der Gesamtwertung befindliche Startnummer hinter mir zu halten. Zuerst ging es gute 500 m über Rasen bevor es ins Watt ging. Es war ein Mix aus Schlamm und Wasser. In den Prielen stand das Wasser teilweise knietief. Angetrieben vom Rückenwind lief ich dem Festland entgegen. Hinter mir war keiner zusehen, ob ich genügend Vorsprung hatte, wusste ich nicht. Also immer weiter Tempo. Und dabei stets dicht an den Wattwanderergruppen herangelaufen, damit die auch was abkriegen vom herumspritzenden Schlamm."Ihh, du Sau" waren noch die höflicheren Worte die sie einen mit auf den Weg gaben.
Kurz vor dem Ziel ging es noch einmal über ca. 200 m Strand und danach waren diese 12 Kilometer sowie der Nordseelauf 2004 beendet. Mit 53:19,60 min legte ich für diese Bodenbedingungen eine sehr gute Zeit hin. Und was das wichtigste war, ich habe den Rückstand noch aufgeholt. Zu meinem Glück konnte oder wollte der vor dem Lauf vor mir liegende nicht mehr alles geben.

     

Beim Nordseelauf wurden insgesamt 94 Kilometer mit unterschiedlicher Gelände- und Bodenbeschaffenheit gelaufen. Am Ende schafft ich mit 7:03:25,94 Stunden den 19. Platz in der Männergesamtwertung. Die Frauen wurden extra gewertet, aber hier sei verraten, dass sich nur Wibke mit ca. 6 Minuten vor mir plaziert hätte. Ich weiß nicht ob es so wichtig ist, aber mein Rückstand auf den Sieger Matthias Wilshusen betrug "nur" 1:30:09,85 Std. Aber er und der Zweitplazierte Werner Kamps liefen sowieso in einer anderen Liga. Sogar der Dritte, unser Markus Fisser hatte über 27 Minuten Rückstand auf den Gesamtsieger. Überhaupt ist zu erwähnen, dass durch das große Starterfeld sich die Qualität verbessert hat. Schade dass ich meinen Borkum-Einbruch mit seinen beschriebenen Folgen auf den nächsten Etappen hatte. Ich denke, dass ich es ohne ihn unter die sieben Stunden gepackt hätte. Aber so muss ich dieses Ziel auf nächstes Jahr verschieben.

PS: Wenn ich so von wir spreche, dann waren das meist: Michael Riedel-Schneider, Katja Riedel, Markus Fisser, Harald Müller, Markus Frisch, Wibke Hilmer, Kathrein Schünemann und natürlich meine Wenigkeit.

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