Nordseelauf 2002 - www.planet-coolrunners.de

www.planet-coolrunners.de
www.planet-coolrunners.de
Direkt zum Seiteninhalt

Nordseelauf 2002

ARCHIV/ PRESSE/ LINKS
Entlang der Nordsee

 
Durch reinen Zufall erfuhr ich vom Nordseelauf, welcher in diesem Jahr zum ersten Mal durchgeführt wurde. Da ich gerade Überstunden abbauen musste, meldete ich mich relativ kurzfristig noch an. Nach einigem hin und her um die Unterbringung machte ich mich am 31. Mai auf den Weg Richtung Norden. Hier erwartete mich ein komplett organisiertes Trainingsprogramm mit Wettkampfcharakter. Die Tagesetappen ersteckten sich von 6 - 17 Kilometer. Daneben wurden zusätzliche Trainingseinheiten wie Stretching, Auslaufen und Sprinttraining angeboten. Dieses Laufevent, welches vom Kirchlichen Dienst in Freizeit, Erholung und Tourismus der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover sowie der Nordsee GmbH "Sieben Inseln - Eine Küste" veranstaltet wurde, stand unter dem Motto "Mach nicht halt - Lauf gegen Gewalt".


1. Etappe von Otterndorf nach Cuxhaven (1. Juni)

Was mich erwarten würde, wurde mir erst hier so richtig klar. So viele Tage am Stück mit diesen Kilometern war ich noch nie gelaufen. Ausserdem war mir nicht klar, wie ich die Wettkämpfe vom 25.05. (Rennsteig), 26.05. (RSC Hünfeld), 28.05. (Orga-Lauf RSC Fulda) sowie die lange Fahrt von gestern verarbeitet hatte.



In Otterndorf das erste Aufeinandertreffen mit den anderen Tourläufern. Beim Abholen der Startunterlagen eine kleine Überraschung. In meinem Umschlag fehlten die Startnummern. Eigentlich kein grosses Problem, da einfach eine Nummer der Tagesläufer genommen wurde. Aber beim Treffen der Tourläufer mit den Trainern ging es dann los. Was suchte da einer mit der Nummer 95, wenn doch nur die Nummern 1 bis 50 für die Tourläufer vorgesehen waren. Das es da noch zu anderen Problemen kommen wird, war mir klar.

Die Anweisung der Trainer für den heutigen Tag war klar. Gemeinsames Einlaufen auf den ersten 5 Kilometern, dann nach einem fliegenden Start die restlichen 10 Kilometer in ca. 60 % der aktuellen Bestzeit locker durchlaufen, um sich für die nächsten Tage zu schonen. Direkt nach dem Schlusspfiff des WM-Spieles Deutschland gegen Saudi Arabien, welches auf Grossbildleinwand übertragen wurde, ging es los. Die Einlaufstrecke hatte sich in der Zwischenzeit auf zwischen 6 und 7 Kilometern verlängert, da es zu Problemen mit dem geplanten Streckenverlauf gekommen ist. Hauptsache das mit den abgemessenen 10 Kilometern stimmt.

Das mit den gemeinsamen Einlaufen klappte echt super. Man erfuhr, wer welche Lauferfahrung hat und welche Zeit er/sie läuft. Es ging immer schön entlang der Nordseeküste. Kurz vor dem fliegenden Start war eine Getränkestation aufgebaut, danach ging es richtig los. Die ersten Kilometer hielt ich mich an die 60 % Anweisung, als ich aber merkte, dass andere schneller liefen, erhöhte auch ich das Tempo. So insgeheim hatte ich mir schon was vorgenommen, und das wollte ich nicht schon am ersten Tag alles versauen. Im Ziel am Fischereihaven in Cuxhaven stand die Zeit von 46:16 min auf meiner Uhr. Und hier traf das was ich befürchtet hatte ein. In der Gesamtwertung war die Startnummer 95 vergessen. Hoffentlich klappt es morgen.

Die Zeit reichte für den 7. Platz in der Gesamtwertung.


2. Etappe in Bremerhaven (2. Juni)

Begonnen hatte der Tag mit einem Open Air Gottesdienst, mit Landesbischöfin Dr. Käßmann, welche danach auch am Rennen teilnahm. Im Anschluss daran machten wir uns bei mindestens 30°C in der Mittagshitze auf die zwei Runden durch den Hafenbereich. Offiziell sollten 10,5 Km gelaufen werden, welche auch ausgeschildert waren. Nur der Kilometer 8 auf 9 war gefühlsmässig und durch die gemessene Zeit mindestens doppelt so lang wie gewollt. Dies bestätigten auch Läufer aus Bremerhaven, welche sagten, dass Wettkämpfe auf dieser Strecke normalerweise 11,5 Kilometer lang sind.

Ich selber bin besonders die erste Runde sehr schnell angegangen. Vorgabe der Trainer war, an diesen Tag mal alles zu geben. Doch die Hitze machte mich voll alle. Unterwegs sagte ich mir, wenn ich jetzt nicht das Tempo rausnehme, dann endet mein heutiger Geburtstag mit einer Feier im Krankenhaus. So lief ich die zweite Runde langsamer und kam nach 52:42 min ins Ziel. Hier hiess es wie auch gestern: Einen besonderen Applaus für die Startnummern 1 bis 50, welche die gesamte Tour bis nächsten Sonntag laufen. Und nicht nur ich fragte mich: Was ist mit der Nummer 95?


         

In der Gesamtwertung liege ich mit 1:38:58 h weiterhin auf Platz 7. Der Rückstand auf Platz 5 beträgt 1:40 min, auf Platz 6 1:30 min. Der Vorsprung auf Platz 8 ca. 2 Minuten.
Die Plätze 1-4 laufen in einer anderen Klasse und sind schon enteilt.


3. Etappe von Nordholz nach Dorum (3. Juni)

Den heutigen 10 Kilometerlauf sollten wir nicht zu schnell laufen, und dafür am morgigen Tag vor dem Ruhetag noch mal Tempo zu machen. Doch als ich sah, was für ein Tempo meine "Konkurrenten beim Kampf um Platz 4" angingen, blieb mir nichts anderes übrig, als schneller zu laufen als geplant, damit der Rückstand nicht zu gross wird. Am Ende erreichte ich eine Zeit von 45:38 min.

In der Gesamtwertung bleibe ich mit einer Zeit von 2:24:36h auf Platz 7. Der Vorsprung auf Platz 8 beträgt 2:59 min, der Rückstand auf Platz 5 erhöht sich auf 2:02 min. Der Rückstand auf Platz 6 beträgt 21 sec.


4. Etappe von Burhave nach Tossens (4. Juni)

Hoher Besuch bei der heutigen Etappe. Der niedersächsische Innenminister hatte sich angesagt, und lief auch die 12 km mit. Die ersten beiden Kilometer liefen Lea, Stoffel (einer der Trainer) und ich gemeinsam. Dann erhöhte Stoffel das Tempo, dem ich noch folgen konnte. So rollten wir beide das Feld von hinten auf. Zuerst musste Harald dran glauben, der dem Tempo nicht lange folgen konnte. Bei Kilometer 7 die Überraschung. Wir hatten Bernd und Wilfried eingeholt. Jetzt hiess die Anweisung von Stoffel, mit den beiden zusammenzulaufen und erst bei Kilometer 10 das Tempo zu erhöhen, wenn noch was drin ist. Darüber war ich froh, denn ich bin teilweise an meine Grenzen gegangen. Bei Kilometer 10 war das "Rennen wieder eröffnet". Einer Tempoverschärfung meinerseits konnte nur Stoffel folgen, welcher aber den Schlussspurt nicht mitzog. Als 4. der Tourläufer erreichte ich in 50:29 das Ziel.

In der Gesamtwertung verbesserte ich mich mit einer Gesamtzeit von 3:15:05 h auf Platz 6. Der Rückstand auf Platz 5 beträgt noch etwa 1:30 min. Der Vorsprung auf Platz 7 beträgt ca. 1:20 min.


Charity-Run am 05.Juni

So ein richtiger Ruhetag war es ja eigentlich nicht. Zusammen mit über 500 Schülern/innen des Internatgynasiums Esens ging es am vormittag von Bensersiel nach Esens. Die 7 Kilometer wurden zum lockeren Auslaufen genutzt, wobei die Gruppe zusammenblieb. In Esens erwartete uns ein grosses Fest mit Kaffee und Kuchen sowie Livemusik. Am Nachmittag stand das 2. WM-Spiel gegen Irland auf den Programm, bevor der Abend nach einem gemeinsamen Essen am Strand ausklang.


5. Etappe Friesencross (06. Juni)

Die grosse Unbekannte war diese 5. Etappe. So ging es am Vormittag in umgekehrter Reihenfolge der Gesamtwertung auf den 1. Teil des Laufes, die 6 Kilometer Strandstrecke. Im Abstand von einer Minute wurde gestartet. Teilweise war der Strand so dünenhaft, dass nur ein langsames vorankommen möglich war. Einige Streckenposten waren so mit anderen Dingen beschäftigt, dass sie ihre Aufgaben vergassen und somit einige Läufer ein paar Meter mehr laufen mussten als geplant.

Am Nachmittag ging es im zweiten Teil des Friesencrosses ins Watt. Auch hier mussten 6 Kilometer bewältigt werden. Gestartet wurde in umgekehrter Reihenfolge der Zeit vom Vormittag. Ich hatte Glück auf die Hundertstelsekunde die gleiche Zeit wie Lea zu haben, und konnte so mit ihr zusammen starten. Wir hatten abgemacht, egal was passiert uns gemeinsam durchs Unbekannte durchzukämpfen. Zuerst ging es durch festes Watt, aber nach ca. 500 Metern wurde es schlammig. Teilweise sackten wir bis zu den Knien ein. Da im festen Teil viele Muscheln lagen, entschieden wir uns mit Schuhen zu laufen. Ein kleiner Fehler, denn im tiefen Watt saugten sie sich voll und wurden richtig schwer. Bernd, Wilfried und Harald liefen heute wieder einiges raus. Aber trotzdem hat diese Etappe richtig Spass gemacht, da soetwas nicht nicht jeden Tag gemacht wird. Für den Strandlauf benötigte ich 28:57 min, und durchs Watt 32:43 min. Macht zusammen 1:01:36 Std.

   
     

In der Gesamtwertung bin ich wieder um einen Platz auf Platz 7 gefallen. Bei einer Gesamtzeit von 4:16:41 h beträgt mein Rückstand auf Platz 5 nun wieder 2:16 min. Platz 6  liegt 42 sec vor mir, der Vorsprung auf Platz 8 ist  bereits auf über 7 min angewachsen.


6. Etappe von Carolinsiel nach Neuharlingersiel (7. Juni)

Die kürzeste Etappe mit 9 Kilometern stand auf dem Programm. Am Vormittag haben uns die Tagessieger von gestern, Lea und Markus, in die Therme in Horumersiel eingeladen, wofür sie Freikarten gewonnen hatten. So richtig fit fühlte ich mich nicht als es gegen 18:00 Uhr an den Start ging. Ich hatte mir trotzdem einen echt lustigen Spass ausgedacht. Als der Startschuss ertönte, sprintete ich volle Kanne los. Erst nach ca. 400 Metern hatten mich Heinz und Markus eingeholt. Doch gegenüber meinem Vorhaben, mich nach dem gewonnenen Start wieder zurückfallen zu lassen, lief ich erstmal dieses Tempo weiter. Irgendwann kommt der Einbruch ja von alleine. Zum ersten und einzigsten Mal in dieser Woche hatten wir Rückenwind. Kurz nach Kilometer eins lief Aloys an mir vorbei, den ich aber nicht folgen konnte. Aber mein Vorsprung zu Bernd, Wilfried und Harald blieb bestehen. Erst bei Kilometer 8, wo es von den befestigten Wegen auf einen Graspfad ging, konnte ich meinen Kilometerschnitt, welcher bei ca. 4:05 min/km lag, nicht mehr halten und lief den letzten Kilometer in 4:30 min. Aber auch die anderen hatten hier so ihre Probleme, so dass ich meinen Vorsprung halten konnte. Wiedereinmal erreichte ich als 4. mit einer Zeit von 37:17 min das Ziel.

In der Gesamtwertung bleibe ich mit einer Zeit von 4:53:58 h auf Platz 7. Meinen Rückstand auf Platz 5 (nun 1:19 min) Platz 6 (9 sec) konnte ich aber verkürzen.


7. Etappe auf Langeoog (8. Juni)

12 Kilometer auf der Insel standen heute auf dem Programm. Es war das erste Mal in dieser Woche, dass es regnete. Vor dem Lauf fingen schon erste Verhandlungen an, die letzten zwei Wettkämpfe nicht mehr anzugreifen. Dies wurde aber dann doch unterlassen, und von Anfang an wurde in unserer Gruppe Tempo gemacht. Relativ früh konnte Wilfried das Tempo nicht mehr mitgehen. Bei Kilometer fünf musste Bernd abreissen lassen. Nun waren Harald und ich alleine. Und wir hatten sogar noch Kraft für einen kleinen Scherz. Da an diesem Tag zwei Strecken angeboten wurden, kam bei Kilometer 6 der Zieleinlauf für die kurze Strecke. Uns Tourläufer war verboten, hier Schluss zu machen. Also stand einer der Trainer hier, um uns am Zieleinlauf zu hindern. Trotzdem machte ich den Spass hier mit schnelleren Schritt und erhobenen Armen Richtung Ziellinie zu laufen. Nun galt es nur noch, den mit ausgestreckten Armen dastehenden Trainer geschickt zu umlaufen, um dann doch am Zielbereich vorbeizulaufen. Kurz darauf zog Harald das Tempo nochmal an, doch ich konnte mithalten und kontern. Ab Kilometer 7 lief ich allein und konnte wieder einen kleinen Vorsprung rauslaufen. Bei Kilometer 11 endlich mal wieder ein paar Zuschauer. Es ist nicht mehr weit, waren die Anfeuerungsrufe der Urlauber. Also wurde das Tempo noch mal erhöht. Nur kurz vor dem Ziel kaum ein ganz gemeiner kleiner Anstieg über den Deich. Oben sackten meine Beine weg, so geschafft war ich. Aber nun war es nicht mehr weit bis zum Ziel. Mit den Erreichten 52:38 min gab es am Ende eine neue persönliche Bestzeit auf einer 12 Kilometerstrecke.

 
         

Nach diesem Lauf konnte ich mich auf Platz 5 verbessern. Die Gesamtlaufzeit beträgt 5:46:36 h. Der Vorsprung auf Platz 6 und 7 beträgt 26 und 46 sec. Der Rückstand auf Platz 4 beträgt 3:52 min.


8. Etappe von Neßmersiel nach Norddeich (9. Juni)

Zum letzten Mal gingen wir an den Start. Heute standen 17 Kilometer entlang am Deich auf dem Programm. 24°C zeigte das Thermometer und wiedermal wurde zur ungünstigen Mittagszeit gestartet. Nachdem ich gestern überraschender Weise zwei Plätze in der Gesamtwertung gut gemacht hatte, hiess es diesen Platz zu verteidigen. Und da Angriff die beste Verteidigung ist, rechnete ich mir noch Chancen aus, Bernd und somit Platz 4 anzugreifen. Knapp 4 Minuten sind auf so einer langen Strecke machbar. Also wurde von Anfang an Tempo gemacht. Mein Plan schien aufzugehen, denn keiner der anderen drei kam mit. Doch leider fand ich keinen mit den ich laufen konnte, und so kam bei Kilometer 15 ein kleiner Einbruch. Doch welche Überraschung: Kurz nach der Kilometerschild 16 sah man schon das Ziel. Diesmal war die Strecke ein wenig Kürzer als angegeben. Im Ziel hatte ich 1:12:56 Std. auf der Uhr stehen. Doch es hat leider nicht gereicht. Nur 1:10 min später kam Bernd ins Ziel und holte sich Platz 4. Am Ende wurde der Tempolauf aber doch noch belohnt. Meine Gesamtzeit lag zwar ganz knapp, aber sie lag unter sieben Stunden. Und dies gelang insgesamt nur fünf Läufern.

Die Endwertung (nur unmittelbare "Konkurrenz", weitere Ergebnisse auf www.nordseelauf.de):
1. Heinz Dankers       6:06:02,8   
2. Markus Fisser       6:08:46,9  
3. Aloys Kathmann    6:22:05,0   
4. Bernd Lange         6:56:54,9  
5. Frank Dienst         6:59:37,6  
6. Wilfried Müller      7:01:12,6  
7. Harald Molenda    7:02:22,8   
8. Lea Meiser           7:16:46,3  
9. Achim Bloch         7:19:31,3  



Zurück zum Seiteninhalt