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München Marathon 2002

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Regen, Kälte, Wadenkrampf ...
und SUPERZEIT

 
Zum zweiten mal ging es darum die Marathondistanz zu überwinden. Ich entschied mich für München (13. Oktober 2002), weil hier nicht soviele Teilnehmer zugelassen werden, was einigermaßen freie Strecke bedeutet, und natürlich weil das Ziel im Olympiastadion war. Dies war zum allerersten Mal so in München, ausgenommen der grossen Wettkämpfe wie z.B. Olympia ´72. Es ging nur, weil an diesen Wochenende keine Fussballspiel stattfand. Auf den Stadioneinlauf freute ich mich besonders, hat man bei den Leichtathletik-Europameisterschaften im August 2002 doch gesehen, was für Stimmung das Münchner Publikum machen kann.
Bereits am Donnerstag morgen reisten wir an. Regenwetter begleitete uns seit dem. Nach einer schnellen Stadtbesichtigung unternahmen wir nur noch Sachen die im Trockenen zu erledigen waren. So statteten wir den Hofbräuhaus einen kurzeren Besuch ab, dem Deutschen Museum widmeten wir sogar einen ganzen Tag.
Am Sonntagmorgen klingelte der Wecker um 05:30 Uhr. Der erste Blick ging nach draussen. Natürlich regnete es noch. Trotzdem entschied ich nur mit kurzer Hose und Shirt zu laufen. Als wir gegen sieben zur S-Bahn liefen, bekam ich Zweifel an dieser Entscheidung, denn es war schweinekalt. Da es aber schon recht spät war, gab es eh kein zurück mehr. Auf dem Weg zum Olympiastadion, wo sich auch der Start befand, gingen wir noch mal die Punkte durch, wo meine Freundin stehen wollte. Wie im letzten Jahr wollte sie mich an verschiedenen Stellen der Strecke anfeuern und natürlich auch den ein oder anderen Schnappschuss schiessen. Auch ich ging nach einmal meine Taktik durch. Soll ich mich wie von mir geplant an einen Pacemaker dranhängen, welcher meine trainierte Zeit von 3:30 Stunden lief, oder sollte ich auf meinen Trainer hören, welcher sagte, ich könnte schneller laufen. Ich entschied mich für ein Mittelding. So wollte ich am Anfang ein Tempo um die 4:30 km/min angehen, und wenn es nicht mehr ging, hätte ich mich immer noch an einen Pacemaker anschliessen können.



Ein lauter Kanonenschlag eröffnete um 09:00 Uhr das Rennen und schoss auch die Regenwolken weg, denn es hörte auf. Man muss auch erwähnen, dass gegen 10:00 Uhr die Sonne sich auch mal kurz zeigte und das nach dem Lauf der Himmel über München keine einzigste Wolke mehr zeigte. Egal. Nach nicht mal zwei Minuten hatte ich die Startlinie überquert. Und los ging es. Ich ging sofort mein vorgenommenes Tempo an. Teilweise gelang es mir sogar, um die 4:15 min/km zu laufen. Bei Kilometer 10 spürte ich auf einmal meinen rechten Oberschenkel, welcher zwickte. Von nun an, nahm ich an jeder Getränkestation zwei Becker mit Wasser. Einen zum trinken, den zweiten um mit den kühlen Nass den Oberschenkel ein wenig zu massieren. Trotzdem konnte ich das Tempo bis Kilometer 24 halten. Von jetzt an war ich ungefähr 10 Sekunden langsamer. Bei Kilometer 28 ging es in den Englischen Garten und hier wurde es richtig hart. Standen, mal abgesehen vom Odeons- und Marienplatz sowie an der Universität wo es richtig voll an, sonst überall an der Strecke wenigsten ein paar Leute, so hatten sich nicht viele hierher verirrt. Nur beim Ein- und Ausgang (bei Kilometer 34,5) in den Park standen grössere Gruppen von Zuschauern.
Im Park überholte mich eine Gruppe von Läufern, deren Luftballons mir zeigten, dass diese versuchen in unter 3:15 Stunden das Ziel zu erreichen. Ich versuchte mich an sie zu hängen, was mir auch bis Kilometer 37 einigermaßen gelang, doch dann passierte es. Ich bekam in der linken Wade einen Krampf. Ich musste die Gruppe ziehen lassen und lief/quälte mich die restlichen Kilometer in über 5 min/km. Für die letzten 1195 Meter benötigte ich sogar 5:42 min.

Von weiten konnte man das Olympiastadion schon sehen. Als wir den letzten Anstieg zu Ziel hochliefen, hörten wir auch schon die laute Musik. Der Radiosender Bayern 3 sorgte im und um das Stadion für richtig Stimmung. Und hier wurde es auch richtig voll. Auf der Strasse tausende begeistere Fans. Und erst im Stadion. Doch bevor man auf die Ehrenrunde geschickt wurde, ging es durch das Marathontor des Olympiastadions. Hier hatten die Veranstalter eine Nebelwand mit verschiedenen Lichteffekten aufgebaut, und man lief wie ein Gladiator ins Stadion ein. Ich schätze mal um die 10.000 Angehörige und sonstige Zuschauer hatten sich hier eingefunden und feuerten uns auf den letzten 400 Metern an.

     

Nach dem überqueren der Ziellinie ein ungläubiger Blick auf meine Uhr sowie auf die Anzeigetafel im Stadion. 3:13:37 Stunden war meine Zeit. Damit hatte ich am Anfang überhaupt nicht gerechnet. Unterwegs hatte ich eine Zeit von knapp über 3:20 Stunden für möglich gehalten, aber das es dann unter 3:15 Stunden wird. WAHNSINN! Aber unter was für einen Preis. Nicht nur der rechte Oberschenkel und die linke Wade schmerzten, nein meine kompletten Beine taten weh. Und besonders die Hüften. Ich konnte mich kaum auf den Rasen setzen und erst das Aufstehen muss für einen Aussenstehenden lustig ausgesehen haben. Da ich aufgrund der Temperaturen und der Anstrengung anfing zu frieren, begann nun die letzte Qual. Zum Verlassen des Stadions musste man über die Treppen der Haupttribüne. Jede Stufe tat weh. Oben angekommen nahm ich erstmal ungeduscht das Massageangebot in Anspruch.

  

Alle Zwischenzeiten:
5km: 22:01 min; 10 km: 43:57 min; 15 km: 1:05:51 Std; 20 km: 1:28:15 Std; HM: 1:33:15 Std; 25 km: 1:50:54; 30 km: 2:14:15 Std; 35 km: 2:37:47 Std; 40 km: 3:02:43 Std; Ziel: 3:13:37 Std
Platzierung:
747 (113 MHK) Insgesamt sollen fast 9000 LäuferInnen teilgenommen haben.

Gegenüber Berlin im vergangenen Jahr war ich über 42 Minuten schneller, also eine Minute pro Kilometer. Es hat sich also gelohnt so zügig anzugehen. Glück hatte ich, dass der Einbruch erst bei Kilometer 37 kam. Aber Glück gehört ja auch zum Sport, oder lag es doch am Training. Lief ich doch im Septenber 329 Kilometer.
Ansonsten kann ich München gerne weiterempfehlen, wer es nicht so groß mag. Und wenn das Wetter besser gewesen wäre, hätten sich hier und da bestimmt auch mehr Zuschauer eingefunden.

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