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Köln Triathlon olympische Distanz 2017

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Bericht vom
Köln Triathlon über die olympische Distanz

Bereits Anfang September, genau gesagt am 1. Tag der Anmeldephase, hatte ich mich für diesen Wettkampf angemeldet. Es sollte mein Herbsthöhepunkt werden und ein kleiner Beweis, dass ich trotz der Erkrankung auch längere Ausdauerdistanzen absolvieren kann. Dafür wollte ich in der Vorbereitung einige Wettkämpfe (Sprinttriathlons, 10er-Läufe) absolvieren und mich mit gezielten Training an die Belastung gewöhnen. Doch bereits im Januar, noch bevor der Wettkampfplan geschrieben war, musste schon alles über den Haufen gewurfen werden. Eine halbjährliche berufliche Weiterbildung, beginnend am 01.03. und endend am 01.09.2017, machte mich zum Wochenendpendler. Für mich war aus familiärer Sicht klar, dass ich nicht die ganze Woche weg sein konnte um dann am Wochenende auf verschiedenen Wettkämpfen zu starten. Also wurden keine weiteren Wettkämpfe geplant, die bereits angemeldeten (Rennsteiglauf im Mai und der Köln Triathlon) wollte ich aber durchziehen.
Für den Rennsteiglauf hatte ich noch relativ gut trainiert. Zwar kein Tempotraining aber viele Kilometer. Dieses Trainingsniveau konnte ich auch noch bis etwa Anfang Juli halten. Je mehr es der Prüfungszeit eingehen ging, um so weniger wurde ich draußen im Wald oder im Schwimmbad gesehen. Ich war echt am überlegen, ob ich aufgrund des Trainingsmangels, den Wettkampf absagen sollte, oder wenigstens auf die Sprintdistanz wechseln. Mein letztes Schwimmtraining war am 11. Juli, die Fahrrradeinheiten wurden hauptsächlich auf dem Heimtrainer ausgetragen und immerhin habe ich ein! Wechseltraining Rad/Lauf hinbekommen. Nachdem ich dann in der Woche des Wettkampfes meine berufliche Prüfung bestanden hatte, verwurf ich den Gedanken einer Absage aber relativ schnell. Ich fühlte mich zumindestens mental gut gerüstet und gab mir selbst das Ziel: "Ankommen egal wie" aus. Ich rechnete hoch: Freiwasserschwimmen 1,5 km- ca. 50 min, 40 Km Rad bei einem 20er Schnitt- ca. 2 Stunden und für die 10 Kilometer zum Schluss ca. 70 Minuten; also gute 4 Stunden. Das wird hart, arme Beine.
Am Tag vor den Wettkampf holte ich mein Rennrad aus dem Keller, was seit fast 2 Jahren dort stand. Zum Glück war alles heil und dieses Glück blieb mir auch holt, als ich in nach mehreren aufgesuchten Geschäften endlich Power-Gel´s fand, denn dieses würde ich definitiv benötigen. Das diese Gel´s dann aber für eine kurzzeitige Laufpause sorgten, ist eine andere Geschichte und muss später nochmal erwähnt werden.

Nach einer verrückten Anreise mit Staus, Umleitungen und Parkplatzsuche kam ich dann gegen 12:30 Uhr endlich am Veranstaltungsort am Fühlinger See an. Die äußeren Verhältnisse waren echt gut. Ca. 20°C mit etwas Sonne und trocken. Viele Starter von der Sprintdistanz kamen mit Neo aus dem Wasser. Das würde mir im Wasser definitiv entgegen kommen.
Köln entgegen kam leider auch eine Schlechtwetterfront, die sich mit Donnergrollen ankündigte. Zum Glück sollte das Hauptgewitter am Veranstaltungsort vorbeiziehen, aber während der gesamten Zeit auf der Radstrecke sollte es dafür richtig heftig regnen. Aber bis dahin standen noch die 1,5 km Schwimmen auf der Regattastrecke auf dem Programm und da wird man eh nass.

Bevor es ins Wasser ging, wurde es erstmal richtig eng. Zwei Jahre nicht im Einsatz waren übrigens auch mein Neopren und mein Triathlonanzug. Und in dieser Zeit muss irgendjemand die beiden Sachen enger genäht haben. Warum nur macht jemand das?
Nicht nur wegen dem Trainingsmangel auch aufgrund der Tatsache, dass ich nach der Nieren-OP den Startgewühl aus dem Weg gehen wollte, orientierte ich mich am rechten Ende des Starterfeldes. Eine gar nicht so schlechte Entscheidung wie sich zumindestens auf dem Hinweg herausstellen sollte. Nach dem Wasserstart wurden 750 m auf der geraden Strecke in die eine Richtung bis zu Wendeboje geschwommen, bevor es zurück Richtung Ausstieg ging. Während sich also die Mehrheit des Schwimmerfeldes in der Mitte des Wasser entlang des gezogenen  Begrenzungsseiles kämpfte, hatten wir auf der rechten Wasserseite viel Platz. Nach einigen Schwimmzügen im Bruststil wechselte ich die Kraultechnik. Und überraschender Weise kam ich damit sehr weit und zwar bis zur Wendemarke. Dort wurde es eng und ich wechselte kurzzeitig in den Bruststil bevor es im Kraulstil weiterging. Da es jetzt etwas enger wurde, da es alle Schwimmer mehr am rechten Ausstiegsufer schwammen, wurde es nun auch enger auf meiner Schwimmbahn, was zu etwas stocken im Schwimmstil führte, aber auch auf dem Rückweg schaffte ich es die Strecke durchzukraueln. Nach dem Ausstieg ein kurzer Blick auf die Uhr: 36:58 min. Nicht schlecht.

Der Weg durch die Wechselzone zum Rad war ca. 500 m lang und ging leicht bergauf. Um Kraft zu sparen hatte ich mich schon vor dem Start entschieden in den Wechselzonen zu gehen und nicht zu rennen. Ebenso hatte ich mich entschieden diesmal Kompressionsstrümpfe anzuziehen. Da ich noch nie mit den Strümpfen geschommen bin und ich nicht wusste, wie ich sie heil zum Wasser und zurück bringen sollte, wollte und habe ich sie in der ersten Wechselzone angezogen. Durch die nassen Füsse hatte ich doch erhebliche Probleme die Socken anzuziehen und es kostete mich mehr Zeit als erwartet. Aber auch im nachhinein finde ich es als eine richtige Entscheidung den die Beine funktionierten bis zum Schluss. Insgesamt 6:27 min hielt ich mich in der Wechselzone auf.

Wie erwähnt begann es kurz nachdem ich auf der Radstrecke war mit teilweise heftigen Regenfällen. Nicht mein Wetter und besonders nicht, wenn man das erste Mal seit zwei Jahren wieder auf dünnen Rennradreifen unterwegs ist. Dies führte auch zu einer kurzen Schrecksekunde als am Ende der ersten Radrunde in einer Kurve mein Hinterrad auf nassen Laub wegrutschte (Bild 1: im richtigen Moment auf den Auslöser gedrückt von marathon-photos.com).
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Dies blieb zum Glück folgenlos aber dennoch fuhr ich die Kurven nun noch vorsichtiger an. Gefahren wurden übrigens 3 Runden a 13,3 km, sodass am Ende eine 40 Kilometer zurückgelegt wurden. Nach 1:21:27 h war ich wieder in der Wechselzone und bereits 2:50 min später ging es auf die 10 Kilometer langen Laufstrecke.

Gelaufen wurden 2 Runden a 5 Kilometer. Die Beine machten gut mit und mit Blick auf die Uhr rechnete ich mir eine Zeit unter 3:00 Stunden aus. Dafür hatte ich also gut 53 Minuten Zeit und in der ersten Runde konnte ich trotz der vom Regen durchweichten Strecke alle Kilometer um die 5:15 min laufen. Doch dann passierte etwas, mit dem ich nicht gerechnet hatte. Mein Magen fing an zu rebellieren. Die Power-Gel, welche ich während  des Radfahrens genommen hatte, machten sich bemerkbar. Dumme Idee diese ohne zu Testen zu nehmen, aber es hätte auch gut gehen können. So hatte ich also zwischen Kilometer 6 und 7 eine ungewollte Pause. Zum Glück waren am Rad der Laufstrecke ToiToi´s aufgestellt, aber dennoch dauerte es etwas bis man sich aus den Triathlonanzug rausgepellt hatte und danach wieder in Tritt kam. Ich versuchte nochmal Tempo aufzunehmen, aber die "Pausenzeit" konnte ich nicht mehr reinholen. Es reichte also nicht für die 3 Stunden-Marke, aber am Ende kann ich mehr als zufrieden sein, was ich hier geleistet hatte. Vorher hätte ich Finishen in unter 4 Stunden gerne unterschrieben, dass am Ende 3:02:15 Stunden benötigt wurde, macht mich unter den Gegebenheiten der Vorbereitung und während des Wettkampfes sehr Stolz.

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Für die 10 Kilometer benötigte ich übrigens 54:28 Minuten.  

Köln war mein 2. Triathlon über die olympische Distanz und wird definitiv nicht mein letzter gewesen sein.


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