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Köln Energizer Night Run 2014

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Energizer Night Run in Köln

Die Sportstadt Köln kann noch einen Lauf gebrauchen, dachte man sich vor drei Jahren, und hat mit dem Energizer Night Run ein neues Laufevent ins Leben gerufen. Mit über 5000 Teilnehmern kann man jetzt schon sagen, dass diese Veranstaltung, vom Startgeld wird übrigens ein Teil für Unicef gespendet, angenommen wird. Bereits im letzten Jahr hatte ich diesen Lauf in der engeren Planungen, eine Erkältung hinderte mich damals am Start. Dieses Jahr sollte es endlich klappen und am Ende wurde ich im doppelten Sinne belohnt: zum einen vom grandiosen Feeling auf der Strecke und zum anderen von einer nie erhofften Laufzeit.
Am Morgen des 11. Oktober 2014 sah es gar nicht mal so gut aus. Ich wachte mit dicken schmerzenden Augen auf. Licht und besonders Sonne waren ein Graus. Nur mit Sonnenbrille konnte ich meine Augen einigermassen offen halten. Ich haderte, ob ich überhaupt starten könnte. Für einen Start sprach, und das redete ich mir immer wieder ein, dass ja im dunklen mit Stirnlampe gelaufen wird, dass Licht sozusagen nur von hinten kommt, wo man in der Regel ja keine Augen hat. Wie sich später herausstellen sollte, ein Irrglaube meinerseits, den man schon im Vorfeld mit einem Blick auf den Streckenplan hätte aufdecken können. Da ich mich rechtzeitig für eine Anreise mit der Bahn entschieden hatte, machte ich mich dann doch auf den Weg nach Köln, auch mit der Option am Ende doch nicht zu starten.
Zum Glück beruhigte sich das Auge ein wenig, sodass ich dann doch um 20:30 Uhr an der Startlinie stand. Hier trat ein neues Problem auf. Auf der 19:30 Uhr gestarteten 5 Kilometer Strecke gab es aufgrund der hohen Teilnehmerzahl und auch der gelaufenen Zeiten Verzögerungen. Da Start gleich Ziel war, konnte unser Lauf erst losgehen wenn der letzte Fünfer von der Strecke war. Mein Problem war, dass mein letzter Rückzug um 22:20 Uhr fuhr. Ich hatte wegen der Dunkelheit und des Auges mit einem 6 Minuten-Schnitt kalkulliert. Also ca. 1 Stunde laufen und dann blieben mir noch ca. 50 Minuten um meine Tasche wieder abzuholen und vom Veranstaltungsgelände am Tanzbrunnen zum Hauptbahnhof zu kommen. Und mit jeder Minute Verzögerung fing mein Plan an zu bröckeln. Also arbeitete ich mich im Startfeld weiter nach vorn, so konnte ich versuchen ein wenig Zeit wieder herauszulaufen. Mit 10 minütiger Verspätung ging dann auch unser Lauf los.
Mein Vordrängeln im Startblock hatte noch einen weiteren Vorteil: Die schnellen Läufer waren erstmal weg und da in Blöcken zeitversetzt gestartet wurde, war die Strecke nicht ganz so voll, wie ich es mir vorgestellt hatte. Zwar musste man am Anfang schon Zickzack laufen und aufpassen nicht über ein Bein zu stolpern, aber man konnte gut laufen. Was sich überraschenderweise als Vorteil herausstellte, war die Dunkelheit. Ich sah keine Kilometerschilder und somit wusste ich nicht, wie schnell ich unterwegs war. Und so lief ich einfach so wie ich mich gut fühlte. Erst Kilometerschild 4 fiel mir ins Auge. Kein Wunder, stand es doch genau auf der Treppe zur Hohenzollernbrücke, welche wir hochlaufen musste. Kurzer Blick auf die Uhr: 18:57 min. Das war mal eine Zeit, mit der ich nicht gerechnet hatte. Mal schauen wie lange ich dieses Tempo gehen kann. Ich suchte mir also eine Gruppe an die ich mich dranhängte und mich ziehen liess. Nachdem wir kurzzeitig die Rheinaue verlassen hatten liefen wir nun wieder im Park. Die Strecke war identisch der der ersten Kilometer, man wusste also wann welche Kurve und wann welche Steigung kam. Die Stirnlampe, welche verpflichtend zu tragen war, hatte ich seit längerer Zeit in meiner Hand. Sie ruschte dauernd herunter und behinderte dadurch mehr. Als ich das erste Mal Ansagen hörte erhöhte ich das Tempo so weit wie es noch möglich war. Viel zu früh zwar, denn es waren noch einige Kurven zu laufen, bevor das Ziel vor dem Auge erschien. Als es aber auf die kurze Zielgerade ging, glaubte ich meinen Uhren nicht zu trauen. Hatte der Ansager gerade gesagt, dass alle die jetzt ins Ziel kommen um die 4:30 Mnuten pro Kilometer laufen. Kurzer Blick auf die Uhr im Zielbogen. Die erste Zahl war die 45. Nächster Blick auf die Uhr: 45:26 min!!! Da hatte ich mal die Startverspätung wieder reingelaufen. Also blieb auch noch Zeit für ein erfrischendes wohlverdientes Erdinger alkoholfrei im Zielbereich.
Zum Glück war an der Gepäckrückgabe noch nichts los und ich konnte mich ohne weitere Verzögerung auf dem Weg zum Hauptbahnhof machen. Und während ich von der Eisenbahnbrücke zurück Richtung Tanzbrunnen und Rheinaue blickte, sah ich immer noch ein Lichtermeer.
Zum Schluss nach die offizielle Zeit: Nach 45:20 min war ich als 205. von über 2000 Finishern im Ziel.

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