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Fulda Team-Halbmarathon 2008

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Mannschaftsdienlich, aber gesundheitsschädigend...
Fulda Team-Halbmarathon 2008 (07.09.)

Nachdem ich im August sehr gut trainiert hatte, davon dreimal mit einer Zeit von 1:45 Stunden und das alles schmerzfrei, brauchte es nicht viel mich zum Laufen zu überreden. Da es der erste Halbmarathon seit Mai 2006 (Rennsteig) sein sollte, entschied ich mich für die 6min/km-Mannschaft.

Da es in Fulda keinen kompletten Marathon mehr gibt, wurde die Startzeit eine Stunde nach hinten verlegt und um 10:30 Uhr war es auch für die Mannschaften so weit. Sie wurden auf die altbekannte 21,1 km Strecke durch die Stadt Fulda und das Fuldatal geschickt. Wie auch schon auf Langeoog festgestellt, ist es dadurch das man langsam läuft schön, den ganzen Lindwurm von hinten dahinziehen zu sehen. Bis zur ersten Getränkestation war das hintere Feld noch zusammen, aber danach entzerrte es sich etwas. Das lag hauptsächlich daran, dass die Straßen hier breiter wurden und man nicht mehr bei jeden Schritt aufpassen musste, jemanden ein Bein zu stellen. Leider hatten wir hier auch schon den ersten Ausfall. Wegen Rückenschmerzen stieg in unserer Mannschaft der erste Läufer aus und wir waren auf den restlichen 18 Kilometern nur noch dreizehn. Nur zur Erinnerung: 10 Läufer müssen mindestens gleichzeitig ins Ziel kommen um gewertet zu werden. Bei Kilometer 5 deutete sich der nächste Ausfall an, nachdem ein Läufer das Tempo nicht mehr mitgehen konnte. Nach kurzer Diskussion innnerhalb der Mannschaft wurde folgerichtig entschieden zu warten und das Tempo des Langsamsten zu laufen. Kurz vor Kilometer 7 ging es durch die Innenstadt Fuldas inclusive ihres Kopfsteinpflasters. Und damit begannen meine Leiden. Langsam fing es wieder an im Knie zu ziehen. Und komischer Weise verschlimmerte das langsame Tempo die Schmerzen. Von Kilometer zu Kilometer wurde es jetzt schlimmer. Auch ich deutete an, wenn es keine Besserung gebe, Aussteigen zu müssen. Zum Glück ging es ab Kimometer 11 durchs Fuldatal, wo genug Grasboden neben dem geteerten Fahrradweg existierte und so konnte ich das Knie etwas Entlasten. Weniger Glück mit der unberührten Landschaft hatten die Einzelstarter welche 30 Minuten vor uns gestartet waren. Der Läufertrubel hatte Hornissen wild gemacht und fast 100 Läufer gestochen, wobei sogar einige ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Wir bekamen von den ganzen Spektakel zum Glück nicht mehr viel mit. Wir sahen nur noch die Feuerwehr, welche großzügig umleitete und das Nest entfernte. So näherten wir uns der Getränkestelle bei Kilometer 13. Das Laufen war jetzt schon eine Qual. Wiedermal verbrachte ich mehr Zeit mit dem Kühlen des Knies als mit Verpflegen. Als ich mich wieder meiner Mannschaft angeschlossen hatte, waren wir nur noch zu elft. Gleich zwei hatten unbemerkt von mir das Laufen beendet und nun durfte nur noch einer Ausfallen, und das bei noch austehenden 7 Kilometern.

Als es hinter dem Wendepunkt bei Gläserzell den Berg hochging, konnte ich das langsame Tempo nicht länger ertragen. Ich musste mal eine andere Schrittlänge laufen und lief alleine den Berg hoch. Als ich merkte, dass es ein wenig besser ging, ignorierte ich die Anweisung des Mannschaftsführers oben zu warten und lief alleine Richtung Ziel. Unterwegs rief ich noch ein paar Fans vom Lauftreff meine neue Taktik zu, damit sie diese nach hinten an die Mannschaft weiter reichen konnten. Ich merkte das es besser ging, obwohl ich immer noch kühlen musste und mir alternative Untergründe zum Asphalt aussuchte. Auf den letzten Kilometer ging dann gar nichts mehr. Hier gab es zum Asphalt keine Alternative und ein Dauerschmerz im Knie zwang mich ein paar mal kurz anzuhalten und wenige Schritte zu Fuß weiter zu gehen. Trotzdem erreichte ich das Stadiontor und nach ca. 6 Minuten Wartezeit kam auch der Rest der Mannschaft. Sie waren noch zu zehnt. Ich reihte mich hinten ein und gemeinsam liefen wir die letzten 300 Meter ins Ziel. Auf der Zieluhr stand 2:10:28 h und damit hatte die Mannschaft ihr Ziel Kilometer-Schnitt von unter 6 Minuten zu laufen knapp verpasst. Ich hatte meine Uhr während der Wartezeit vor dem Stadion angehalten und so standen am Ende dort inoffizielle 2:04:41 h.

Komischer Weise waren die Schmerzen im Ziel sofort wieder verschwunden. Nichtsdestotrotz werde ich jetzt nochmal einen Arzt wegen meinem Knie aufsuchen, und diesmal gehe ich gleich zum Kniespezialisten. Und wenn mir da nicht geholfen weden kann, dann war dieser Halbmarathon wohl der letzte Stadtlauf gewesen den ich gelaufen bin.

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