Frankfurt/M. Halbmarathon 2005 - www.planet-coolrunners.de

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Frankfurt/M. Halbmarathon 2005

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Neue Halbmarathonbestzeit bei Eiseskälte

Der erste Start des Jahres (06.03.2005) und gleich so eine Endzeit. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet, waren doch die Verhältnisse die letzten Tage und Wochen nicht die Besten gewesen. Quantitativ waren der Januar und Februar mit ihren fast 300 bzw. 350 Kilometern schon in Ordnung, nur das Wetter mit dem vielen Schnee, dem Eis und der Kälte liessen schnelle Tempoeinheiten kaum zu. Hinzu kam noch, dass ich berufsbedingt wiedermal viel unterwegs war und zudem auch viele Nachtschichten gefahren habe. Deswegen machte es mir auch nicht so viel aus, dass ich am Tag des Wettkampfes erst um halb zwei ins Bett gekommen bin. Nach nur 4 Stunden ruhen, ein richtig tiefer Schlaf war nicht möglich, ging es dann Richtung Frankfurt/Main. Beim Blick aufs Thermometer wurde mir schnell bewusst, dass ich mich beim Packen für die falschen Sachen entschieden hatte. Ein Umkehren um wärmere Laufsachen zu holen, war nicht mehr möglich, denn ich musste die Bahn erreichen. So blieb nur die Hofnung, dass es in Frankfurt nicht so kalt sein wird.

Doch leider tat mir der Wettergott nicht diesen Gefallen und so schauten mich einige ungläubig an, als ich mit kurzen Tights die Umkleidehalle verliess. Zum Glück hatte ich einen Wegwerf-Warmmachpullover dabei, denn nur ein langes sowie ein kurzes Laufhemd würden mich nicht lange warm halten. Dies bestätigte sich schon beim Warmlaufen wo ich mir einen abfror. Ein eisiger Wind zog durch Frankfurts Nordweststadt, wo sich Start und Ziel befand. Ich entschied mich einfach den Pullover solange anzubehalten, bis mir warm genug war und ihn irgendwo auf der Strecke zu entsorgen. So konnte ich wenigstens auch meine Hände in den Ärmeln verstecken, denn meine Handschuhe hatte ich genauso wie meine Mütze zu Hause vergessen.

Gegen 09:00 Uhr war dann endlich Start. Da ich mich sehr lange im windgeschützten Parkhaus des Nordwestzentrums aufgehalten hatte, dauerte es einige Zeit nach dem Startschuss, bis ich die Startlinie überquert hatte. Laut Aussage des Veranstaltungssprechers machten sich über 2500 LäuferInnen auf die Strecke. Ich begann den ersten Kilometer recht gemächlich, so wie es mir mein Trainer auch geraten hatte. Auch dabei kämpfte ich mich schon an einigen Läufern vorbei ins vordere Drittel des Feldes. Den 3. Kilometer bin ich dann das erste Mal im angestrebten 4:16 min/km-Schnitt gelaufen, den Ziel war es, um die 1:30 Stunde für die Strecke zu brauchen. Bis Kilometer 5 lief alles super, ich lief locker und die Kilometerzeiten wurden immer schneller. Doch dann, ein kleiner Dämpfer: die rechte Wade zwickte. Aus Angst, das etwas reissen könnte, nahm ich erstmal kurz das Tempo hinaus. Doch es schien zu gehen. Ein paarmal meldete sich die Wade noch mal, doch dann stellte ich kurz von Vorfuss- auf Hinterfusslaufen um, und da verschwand das leichte Stechen wieder. Bei Kilometer 9 ging es dann in die Innenstadt, wo auch ein paar Zuschauer standen. Hier wagte ich den Versuch den Pullover loszuwerden. Doch beim Blick auf ein Thermometer, welches -5°C anzeigte, überlegte ich es mir anders. Meine Hände hatten sich ja auch noch nicht aus den Ärmeln hinaus getraut. Bei Kilometer 11 dann der erste ernsthafte Blick auf die Uhr. Ich wusste, heute kann eine super Zeit rauskommen, welche an meine im August 2004 in Schotten gelaufene Zeit dran reichen könnte. Ich fühlte mich immer noch pudelwohl. Nur der Wind, der nun zum grösstenteil von vorne kam und die nun kommenden leichten Steigungen, es ging ab Kilometer 14 auf der selben Strecke zurück, machten mir kurz Gedanken. Doch den eiskalten Wind ignorierte ich einfach und die Anstiege machten mir weniger aus als gedacht. Trotzdem sprangen die Kilometerzeiten nun hoch und runter, obwohl ich sehr konstant weiterlief. Wie sich später rausstellte, waren die Kilometerschilder nicht richtig aufgestellt gewesen.

Ruckzuck ging es auf die letzten 3 Kilometer. Ich begann zu rechnen. Wenn nichts mehr passiert, dann wird das neue Bestzeit. Und was für eine. Davon angetrieben wurde ich noch einmal schneller. Dabei lief ich den letzten ausgeschilderten Kilometer? in 3:30 min. Im Ziel: Blick auf die Uhr. Geile Zeit-1:28:00. Trotzdem hatte nicht viel Zeit um mich zu Freuen. Ich nur einen Wunsch. Ins Warme. Dort zog ich mir gleich dicke Sachen an und warte auf Stephan und Bernhard von Speeketze Marbach, mit denen ich nach Frankfurt gefahren bin. Als diese dann eingetroffen waren, machten wir uns ungeduscht sofort auf dem Heimweg. Zu Hause fiel ich dann auf die Couch und war erstmal weg. Als ich dann wieder ganz lieb geweckt wurde, wagte ich den Blick ins Internet. Und was ich da sah, überraschte mich noch mehr. Ich kam als 178. ins Ziel und meine Zeit lag sogar unter 1:28 Stunde. Genau benötigte ich 1:27:57 Std. Dies war eine Verbesserung von 1:41 min gegenüber Schotten. Ob es am Training oder am kalten Wetter lag, weiss ich nicht. Ich weiss nur das dies ein schönes erfolgreiches Jahr werden kann.



Die Zwischenzeiten: 5 km: 0:20:55,79 ; 10 km: 0:42:28,47 ; 15 km: 1:03:17,04 ; 20 km: 1:24:05,75 ; 21,1 km: 1:28:00,30
Alle Zeiten selber gestoppt!
Offizielle Zeiten: Brutto 1:29:14 - Netto 1:27:57 - 14,39 km/h - 4,10 min/km

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