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Bonn Triathlon 2018

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Wenn es mal etwas länger und weiter sein muss. Bericht vom
Bonn-Triathlon 2018

Im September 2017 startete ich erstmals nach meiner Operation wieder bei einem Triathlon. Trotz mässigem Training war ich mit dem Ergebnis der olympischen Distanz beim Köln Triathlon damals sehr zufrieden. Schnell stand fest, dass auch 2018 eine olympische Distanz mein Saisonhöhepunkt werden sollte. Schnell bin ich auf den Bonn-Triathlon aufmerksam geworden mit seinen Schwimmstart von einer Fähre. Aber die Distanzen hatten es schon in sich: 3,8 km Schwimmen im Rhein, 60 Kilometer Radfahren und 15 Kilometer Laufen gab es zu bewältigen. Nachdem ich mich beim Veranstalter rückversichert hatte, dass es keine cut off-Zeiten gab und man mir aufgrund meiner "körperlichen Gebrechen" eine frühe Startgruppe zugesichert wurde, meldete ich mich schließlich im Januar an. Mein diesjähriger Saisonhöhepunkt sollte damit also schon am 10. Juni und damit relativ früh im Jahr stattfinden. Mit dem Wissen machte ich mich an die Vorbereitung für meinen "längsten Tag". Und bis auf 14 Tage krankheitsbedingten Ausfall konnte ich mich diesmal gut vorbereiten. 2-3 Mal im Monat schaffte ich es ins Schwimmbad und einmal ging die Trainingseinheit sogar über 4 Kilometer. Während in den ersten 3 Monaten des Jahres viele Radkilometer wieder auf dem Heimtrainer abgespult wurden, ging es nach Ostern auch für längere Strecken raus ins Freie. Zuerst nur auf dem Mountainbike, am Ende gar eine 60 Kilometer-Einheit mit dem Rennrad. Und klar, die meisten Trainingseinheiten und -kilometer kamen wieder vom Laufen. Und mit dem Bonn-Halbmarathon und dem Frankensteinlauf hatte ich sogar zwei Wettkämpfe dabei. Hinzu kamen noch 2 Möchtegern-Kombi-Einheiten, wo ich mit dem Rad zum Laufen gefahren bin und danach wieder mit dem Rad zurück. Also im Grunde für mich eine richtig gute Vorbereitung.
Laut innerer Hochrechnung rechnete ich mit einer Zeit von etwas mehr als 5 Stunden für die Strecke und damit ca. 1 Stunde länger als mein langsamster Marathon. Da der Rhein ja Rückenwind hatte, hoffte ich auf eine Zeit um eine Stunde für die 3,8 Kilometer, für die 60 Kilometer Radfahren im bergigen Siebengebirge würde ich etwa 2:30-2:45 Stunden benötigen und zum Schluss für die 15 Kilometer nochmal 1:30-1:45h.
Nicht ganz so schlimm wie im April regnete es, als ich mich am Sonntag den 10.06.18 gegen 05:00 Uhr zum zweiten Mal in diesem Jahr auf den Weg nach Bonn machte. Je näher man der alten Bundeshauptstadt kam, desso weniger wurde der Regen und es kündigte sich ein schöner Tag an. Was gut für trockene Straßen auf der Radstrecke war, sollte auf der Laufstrecke bei den ein oder anderen für Probleme, auch bei mir - soviel sei schon mal verraten-, sorgen.
Nach dem Einchecken fuhren Busse uns zum Start. Dort gab es die letzten Infos insbesondere zu Schwimmen. Da ging es unter anderen auch um den Ideallinie mit der größten Ausnutzung der Strömung, was aber bedeutete, dass man dann schon mal den Austieg verpasst, wenn man nicht rechtzeitig nach rechts schwimmt und deren Konsequenzen. Um also sicher auf die Radstrecke zu gehen, wollte ich mich schön rechts halten und damit zwar außerhalb der Hauptströmung, aber auch des großen Feldes.   

SCHWIMMEN

Pünktlich um 09:15 Uhr ging die erste Startgruppe mit etwa 150 Schwimmern auf die Strecke. Insgesamt gab es 9 Startgruppen. In der ersten Startgruppe befanden sich nur die Starter die Siegerpotenzial hatten, also wie es so schön im Newsletter hieß: " ... das Preisgeld für die Herren wird nur an Starter ausgestattet, welche der ersten Startgruppe zugeordnet sind". Also alles gut durchtrainierte jünge Männer und ICH!!! Der Veranstalter hatte also nicht nur meiner Bitte um eine frühe Startgruppe entsprochen, sondern mich sogar in die erste gesteckt.
Gestartet wurde, und das fand ich schon bei der Suche nach einer passenden Veranstaltung so spannend, von einer Fähre. Ich selber befand mich am Ende der Startergruppe und sprang als einer der letzten in den ca. 20°C warmen Rhein. Das Schwimmen im Neo wurde aufgrund der Temperaturen nicht explizit verboten, was für mich natürlich ein Vorteil war. Andere meinten, dass Ausziehen würde länger dauern als das Schwimmen. Sie wussten aufgrund vergangener Teilnahmen mehr und meinten, dass für einen mittelmässigen Schwimmer die Strecke in 45 Minuten zu schaffen sei. Na da war ich ja mal gespannt.

   

Und los ging es: Während das Hauptfeld sich mehr zur Strommitte orientierte blieb ich mehr am rechten Ufer. Vielleicht war es auch zu weit recht, denn irgendwie war ich ganz alleine unterwegs. Von den anderen Schwimmern war nicht viel zu sehen. Trotzdem kam ich gut durch. Ab und zu wechselte ich in den Bruststil aber hauptsächlich um mich zu orientieren. Ansonsten konnte ich gut durchkraulen, wobei ich aber recht schnell auf Zweieratmung umstellte, was ich in den Tagen nach dem Wettkampf an leichten Verspannungen im Nacken zu spüren bekam.
Irgendwann wurde es auch auf meiner Bahn wieder voller. Das Schwimmziel rückte näher. Neben den goldenen Badekappen der ersten Startgruppe waren auch andersfarbene der nächsten beiden Startgruppen zu sehen. Nach dem Ausstieg ein kurzer Blick auf die Uhr: Knapp 34:30 min für die 3,8 Km. Klar, die Zeit ist stark Strömungsbedingt, aber dennoch finde ich sie Wahnsinn. Und die anderen hatten mit ihrer 45 MInuten-Prognosse Recht gehabt.

Radfahren

   

In der Wechselzone gewinnt man Rennen. Aber nicht ich. Während andere zu ihren Rad spurteten, versuchte ich den Puls wieder etwas runter zu bekommen. Ich nahm mir auch die Zeit mir noch eine Banane zu mir zu nehmen, denn für mich stand ja Ankommen ja ganz oben auf dem Programm. Der Nachteil einer frühen Startgruppe ist, dass man gefühlt nur überholt wird. Während die meisten kommentarlos mit ihren Hightech-Rädern vorbeischoßen, war doch der/die ein oder andere im Feld dabei, die einen netten Kommentar zu meinen alten treuen Drahtesel oder sogar Verbesserungstipps zum runderen Treten gab. Da es so unrund aussah, lag vor allem an der Strecke, welche es ganz schön in sich hatte. Eine einzige Berg-und Talfahrt, natürlich auch mit längeren ebenen Abschnitten. Trotzdem war ich mit mir und meiner Leistung auf dem Rad zufrieden. Zwischendrin, so bei Kilometer 25 gab es eine längere Abfahrt. Da auf der Gegenseite der Straße der Lindwurm wieder entgegen kam, war die Freude darüber nur von kurzer Dauer. Generell wusste man ab der Hälfte die Streckenverhältnisse für den Rest der Strecke, da es bis auf wenige Änderungen auf den selben Straßen zurück nach Bonn ging.

Nochmal zurück zu der langen Abfahrt bei Kilometer 25 und den anschließenden Anstieg. Genau hier ließ mich mein altes Fahrrad im Stich. Ich konnte nicht mehr auf das kleine Ritzel der vorderen Zahnräder schalten, da der Umwerfer die Kette nicht mehr nach unten drückte. Was das für wenig trainierte bedeutet, muss ich ja nicht explizit beschreiben: Die Oberschenkel brannten noch mehr als sonst wenn es einen Berg nach oben ging. Da das Problem schonmal aufgetreten ist und aufgrund nicht mehr vorhandener Ersatzteile (wegen des Alters, immerhin hat das Rad und einzelne Komponenten schon 24 Jahre auf dem Buckel) nur notdürftig repariert wurde, werde ich mich nun doch nach einen neueren Rennrad umschauen müssen.
Nach ca. 2:23 Uhr war ich wieder in der Wechselzone, und da beginn ich einen folgenschweren Fehler. Eigentlich hatte ich mir für vor Beginn der Laufstrecke eine Banane, Isogetränk, einen Schwamm und einen Sonnenschutz für den Kopf zurecht gelegt. Doch irgendwie habe ich mich vom Rennfieber ablenken lassen, was dazu führte alles das ich mir alles liegen ließ.


Laufen

Gelaufen wurde auf einer 5 Kilometer-Runde. Ein Getränkestand am Anfang und ein Verpflegungsstand incl. Gels bei der Hälfte der Runde waren aufgebaut. Die Strecke lag unter einer Bäumeallee, was ein bisschen Schutz gegen die Mittagssonne bot, denn es war jetzt 12:18 Uhr, als ich auf die Laufstrecke ging.

Zuerst lief alles bestens. Ich war gut drauf und die Beine liefen fast von alleine. Der erste Kilometer in 5:18 min und gleich eine 5:17 min hinterher. Was war hier den los? Ich musste mich selber einbremsen, denn wenn man in die Gesichter der anderen Läufer und oh ja, Geher sah, wusste ich was noch auf mich zu kommt. Die erste Runde lief super, keine großen Probleme.

   

In der zweiten, es war gerade Kilometer 6 geschafft, wurde es von jetzt auf gleich ungeangenehmer. Das Tempo wurde von alleine langsamer, die Beine schmerzten und das rechte Knie meldete sich. Kurzum es wurde noch anstrengender. Also sicherheitshalber bei der Verpflegung neben der obligatorischen Banane diesmal ein Gel eingenommen. Das ich das Anfangstempo nicht bis zum Schluss gehen konnte, war mir klar. Innerlich sagte ich mir, dass ein Durchlaufen in der 3. Disziplin ein großer Erfolg wäre. Die Kilometerzeiten näherten sich den 6 Minuten/Kilometer. Kilometer 10 war erstmals über diesen Schnitt. Und dann war er doch da. Der Hammermann. Egal wie ich versuchte zu beissen, ich musste kurz anhalten. Jeder der selber läuft, weiß wie schwer es dann ist wieder anzulaufen. Ich versuchte es, doch schon nach wenigen Metern ging es nur gehend weiter. In diesen Laufen/Gehen/Laufen quälte ich mich zu letzten Wendemarke und zur letzten Verpflegungsstation. Und hier hielt ich mich länger auf als sonst: Energiegels, Bananen, Cola ... ich riss den Jungen vom Stand die Flasche aus der Hand, das bisschen im Becher würde nicht reichen. Nachdem ich meinte genug für die restlichen 2,5 Kilometer zu mir genommen zu haben, setzte ich mich wieder in Bewegung. Laufend natürlich und zu meiner Überraschung musste ich auch nicht mehr stehen bleiben und gehen. Nach einer Laufzeit von 1:30 h hatte ich es geschafft. Ich war im Ziel und mein bisher längster Wettkampf war geschafft.

     




Insgesamt benötigte ich für die 3,8 Kilometer Schwimmen, 60 Kilometer Radfahren und 15 Kilometer Laufen 4:32:28 Stunden. Damit war ich etwas schneller als mein selbstgestecktes Ziel. Vom Veranstalter gab es folgende offiziellen Zahlen: Schwimmen 0:34:42 h ; Radfahren: 2:20:47 h und Laufen 1:29:52. Diese Leistung reichte für den 641. Platz in der Gesamtwertung der Männer.

Die selbstgestoppten Kilometer-Laufzeiten:

km_ 1:  0:05:18 h
km_ 2:  0:05:17 h      0:10:35 h
km_ 3:  0:05:28 h      0:16:04 h
km_ 4:  0:05:22 h      0:21:27 h
km_ 5:  0:05:35 h      0:27:03 h
km_ 6:  0:05:32 h      0:32:36 h
km_ 7:  0:05:46 h      0:38:22 h
km_ 8:  0:05:43 h      0:44:06 h
km_ 9:  0:05:53 h      0:50:00 h
km_10: 0:06:13 h      0:56:13 h
km_11: 0:06:36 h      1:02:50 h
km_12: 0:06:56 h      1:09:46 h
km_13: 0:08:05 h      1:17:52 h
km_14: 0:06:32 h      1:24:25 h
km_15: 0:06:00 h      1:30:25 h

Als ich am Nachmittag bei uns zu Hause im Schwimmbad ankam, fragte man mich warum ich so weiß im Gesicht aussehen würde. Jeder Nichtsportler würde sich bei meinen Anblick bestedigt fühlen. Nicht weiß sondern rot auf den Schultern und am Rücken war ich trotz Sonnencreme vor dem Rennen. War dann wohl doch keine so gute Idee jede Gartendusche auf der Laufstrecke mitzunehmen.


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