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Bonn Halbmarathon 2018

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Von Null auf 21,1 km!

Eigentlich war alles wieder mal anders geplant: Regelmässiges Training, vorher mindestens einen Zehner-Wettkampf und dann am 15.04.2018 gut vorbereitet an den Start beim Halbmarathon in Bonn gehen. Doch leider erwischte es mich Mitte Februar grippal und nach 4 Wochen Laufpause war es am Ende wieder nur eine Minimalvorbereitung. Immerhin 2 lange Läufe über 17 und 17,5 km hatte ich noch geschafft, der erste am 30.03. und der zweite am 07.04. Daher wusste ich, dass ich 18 Kilometer schaffen würde und die letzten 3 sollten dann doch zu schaffen sein.

Da der offizielle Startschuß für 08:45 Uhr vorgesehen war und ich noch meine Startunterlagen abholen musste, machte ich mich an diesem Sonntag um 05:30 Uhr auf den Weg in die ca. 70 Kilometer entfernte ehemalige Bundeshauptstadt Bonn und die erwarte mich und die anderen Läufer mit Dauerregen. Das Wasser stand auf den Straßen und als ich endlich den Startbereich beim Koblenzer Tor/ Stadtgartenpark erreicht hatte, nachdem uns zum Glück ein Schuttelbus vom Stadtrand in die Innenstadt gebracht hatte, war ich das erste Mal nass. Zum Glück gab es ein trockenes Finishershirt bei den Startunterlagen, was gleich als Laufshirt herhalten musste.

Petrus hatte dann doch ein Einsehen. Kurz vorm Startschuß hörte es auf zu regnen und die Sonne kam heraus. Ideale äußere Bedingungen also für meinen 19. Halbmarathon und meinem ersten Stadtlauf-Halbmarathon seit Fulda (07.09.2008), also seit 3508 Tagen oder auch 9 Jahren, 7 Monaten und 9 Tagen. Diesen hatte ich noch negativ in Erinnerung, da ich mich dort die letzten Kilometer mit starken Knieschmerzen ins Ziel quälte.
Bis wir  dann endlich loslaufen konnten, sollte es aber noch etwas dauern. Ca. 6000 LäuferInnen wurden in einzelnen Blöcken mit kleineren Pausen mit einem "Auf die Plätze, fertig, peng" auf die Strecke geschickt, um das Läuferfeld etwas zu entzerren. Gegen 09:10 Uhr, also ca. 25 Minuten nach dem offiziellen Startschuß wurde auch mein Block auf die Reise geschickt. Da es wenige hundert Meter nach dem Start auch gleich auf der Kennedybrücke über den Rhein ging, brauchte es trotzdem etwas, bis sich das Feld entzerrt hatte und man etwas freier Laufen konnte. Hier auf der Brücke war das Zuschauerinteresse stark, wenn nicht gar am besten. Hatte man doch von hier dreimal Kontakt mit den Läufern. Kurz nach dem Start, auf dem Rückweg von der ostrheinischen Runde etwa bei Kilometer 8 und dann wenn bei Kilometer 9 die Läufer nochmal unter der Brücke entlang kamen. Entgegen kamen mir auf der Brücke übrigens der Spitzenreiter und seine ersten Verfolger. Während ich also noch gut 20 Kilometer vor mir hatte, befanden sie sich bereits kurz vor der Hälfte.
Zuerst ging es auf der ostrheinische Seite durch die Stadtteile Beuel-Mitte und Limperich. Auch bedingt durch die Tatsache, dass die Strecke auf beiden Rheinseiten nicht nur flach sondern auch wenig Kurven hatten, wurde mein Tempo immer etwas schneller. Von Anfangs 6´20´´ hatte ich bei Kilometer 7 einen Schnitt von 5´38´´. Ich fühlte mich gut und musste mich sogar ein wenig bremsen, dass ich nicht überpace, denn mein Kopf begann schon zu rechnen. Wenn ... dann ... vielleicht klappt es ja unter 2 Stunden. Aber noch lagen gut 14 Kilometer vor mir. Das bei Kilometer 8  wieder 6 Minuten/ Kilometer auf der Uhr standen war dem Streckenverlauf geschuldet. Hier wurde es mal kurz kurvig und es ging wieder über die Kennedybrücke und dazu musste man halt ein paar Höhenmeter überwinden. Da wird man (also ich zumindest) automatisch etwas langsamer, aber am Ende war es kein großes Problem, bin ich im Westerwald doch andere Steigungen auf meinen Trainingsrunden gewöhnt.
 
Nach der nun zweiten Rheinüberquerung wurde es noch mal kurz kurvig bis wir zum Rheinufer kamen, anschließend ging parallel zum Rhein Richtung der Rheinaue. Es blieb weiterhin flach mit wenig Kurven, dafür kamen aber einige Belagwechsel dazu. Neben Asphalt auch mal Kopfsteinplaster. Und je weiter wir von der Innenstadt wegkamen, umso weniger Zuschauer verirrten sich an die Strecke. In Erinnerung blieb mir ein Dudelsacktrio im Schottenrock die mühsam die Läufer versuchten zu motivieren. Ich war noch gut unterwegs. Meine Kilometerzeiten pendelten sich bei 5´45´´ ein, mit leichten Ausreissern in beide Richtungen.

Mit Erreichen der der Rheinaue ging es auf eine größere Allee. Und hier begann der nicht so schöne Teil der Strecke, weil es ging immer weiter stadtauswärts und auf der anderen Straßenseite kam uns ein großer Teil vom Lindwurm entgegen. Nur den Wendepunkt konnte man nicht erkennen. Ca. 1,5-1,8 km sollte es dauern bis dieser erreicht war. Und kurz darauf war auch Kilometer 15 geschafft. Nun kam uns der Rest des Läuferschar entgegen und man konnte sehen, wie viele doch noch hinter einem waren. War eine gute Motivation, denn bei Kilometer 18 begannen die Oberschenkelbrichtig an zu brennen. Auch das Knie zwickte mal kurz, durch eine Laufstilveränderung konnte ich aber schlimmeres verhindern. Jetzt war die Kilometerzahl vom Training erreicht und mein Körper sagte mir unmissverständlich dass es zu wenig war was ich in der Vorbereitung quantitativ gemacht habe. Hinzu kam, dass es durch den Regen der Nacht und vom Morgen sowie der jetzt scheinenden Sonne ganz schön schwül geworden ist. Ich hatte unter meinem Laufshirt zwar nur ein dünnes Langarmlaufshirt, aber dieses war mir jetzt schon zu warm. Nur mit dem Blick nach unten auf die Straße ging es jetzt dem Ziel entgegen, trotzdem entdeckte ich am Straßenrand das ein oder andere Gebäude, was mir bisher nur aus dem Fernseher bekannt war, wie z.B. das alte Bundeskanzleramt.

Kilometer 19 auf 20 war ein innerlicher Kampf. Die Beine wollten schon gerne kurz anhalten, aber ich zwang sie schon jetzt nicht stehen zu bleiben. Mein wichtigstes Ziel Durchkommen ohne zu gehen war kurz iin Gefahr, aber der innere Schweinehund konnte mich mal. Und nachdem ich mit 6:20 min auf den Kilometer quälte, bekam ich dann doch noch mal die zweite Luft. Auch bedingt, dass jetzt wieder viele Zuschauer an der Strecke standen und uns lautstark anfeuerten, lief ich nochmal 4´59´´ auf den letzten ganzen Kilometer. Die letzten 100m wurden nur noch genossen und am Ende nahm ich überglücklich die Glückwünsche und die Finishermedaillie entgegen.

   

Ja die Zeit: Natürlich hat es am Ende doch nicht geklappt mit der 2 Stunden-Schallmauer. Aber ich habe mich wieder ein wenig verbessert gegenüber den beiden Halbmarathons der letzten 2 Jahre. Und wenn auch nur um wenige Sekunden. Aber mühsam ernährt sich ja bekanntlich das Eichhörnchen. Und ich hoffe doch dass ich in den nächsten Jahren noch genügend Möglichkeiten bekomme die nun magischen 2 Stunden-Mauer zu knacken. Erinnert mich irgendwie an die Zeit wo ich das selbe Problem mit der 1:30 Stunde hatte. Irgendwann hatte es dann geklappt und dann war das kein Problem mehr. Aber das ist mit 2002-2006 doch schon ein paar Jahre her.  Aber etwas aus dieser Zeit ist mir doch geglückt: Denn erstmals seit 2004 bis 2006 gelang es mir in drei aufeinanderfolgenden Jahren bei einem Halbmarathon zu starten.

Jetzt, über 24 Stunden später, beginnt das große Leiden. Also meine Oberschenkel zeigen mir schon, wie groß die Belastung doch war. Beim Treppenlaufen, insbesondere abwärts, merke ich die Schmerzen am deutlichsten. Aber auch die gehen vorbei und dann steigt sie wieder die Freude über den nächsten Wettkampf.


19. April: Jetzt wo die Bilder endlich da sind, muss ich wiedermal feststellen dass ich darauf kaputter aussehe als ich mich gefühlt habe. Aber sie passen irgendwie zu den Daten aus meiner Pulsuhr. Ein Durchschnittspuls von 171 Schlägen pro Minute ist natürlich viel zu hoch, besonders wenn die letzten 3 Kilometer im Mittel bei 184 lagen. Da kann man sich auch nicht auf das frühe Aufstehen oder einen höheren Wettkampfpuls berufen. Ich habe also brutal gezeigt gekommen, dass meine Niere zwar gut arbeitet und solch eine Belastung mitmacht, aber es ihr eigentlich doch (noch) zu viel ist. Nicht das mein Arzt doch recht behält, der sagt dass Sport mir zwar gut tut, aber halt nicht zu hart und zu lang.     




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