Berlin S25 2019 - www.planet-coolrunners.de

www.planet-coolrunners.de
www.planet-coolrunners.de
Direkt zum Seiteninhalt

Berlin S25 2019

ARCHIV/ PRESSE/ LINKS
Mein Frühjahrshighlight 2019
25 Kilometer von Berlin

Die 25-Kilometer von Berlin, früher auch Franzossenlauf genannt, war wieder ein Lauf welchen ich schon seit langem auf meiner Wunschliste hatte, aber aufgrund der Entfernung nach Berlin noch nicht realisiert werden konnte. Beim Lesen einer Laufzeitschrift stieß ich wieder auf diesen Lauf und jetzt wo die Kinder, wie es so schön heißt, aus dem Gröbsten raus sind, war die Idee geboren diesen als meinen Frühjahrshalbmarathon zu laufen. Und so meldete ich mich bereits Ende letzten Jahres an.
Am Freitagnabend (10.05.19) reiste ich an und nachdem ich am nächsten Tag die Startunterlagen abgeholt hatte, begann ich mit einer ausgiebigen Sightseentour, größtenteils zu Fuß. Vom Ku-Damm zur Siegessäule und von dort durch den Tiergarten, vorbei am russischen Ehrenmal an der Straße des 17. Juni zum Brandenburger Tor. Auch ein kurzer Abstecher zum Olympiastadion musste noch sein, um mir schon mal ein Überblick für die morgentliche Anreise zu verschaffen, denn der Start war auf dem Platz vor dem Stadion und das Ziel sogar im Stadion. Zurück im Hotel hieß es nur noch Beine hochlegen, denn diese und besonders die Waden und das rechte Knie machten sich nach diesem Tag bemerkbar.
Am Sonntag (12.05.) 10:00 Uhr stand ich im Block B3 und wartete wie über 10.000 andere Läufer/Innen auf den Startschuss des ältesten Stadtlaufes Deutschlands, welcher vor 39 Jahren von den französsischen Alliierten erstmals durchgeführt wurde. Im weiteren Blick die Pacemakerfahne mit der Aufschrift 2:30 Stunden. Das war meine anvisierte Zeit, denn mein Ziel war es unter 6 Minuten/Kilometer zu bleiben. Zeitgleich mit den 25-Kilometer-Startern wurde bei idealen Laufwetter auch die Läufer/Innen über die 10 Kilometer und den Halbmarathon auf die Strecke geschickt. Im Gegensatz zum gestrigen Nachmittag wo es regnete, schien die Sonne bei ca. 12°C. Dabei ging ein leichter Wind, welcher sich auf dem Rückweg zum Stadion nochmal bemerkbar machen sollte. Aber erstmal ging es durch Charlottenburg Richtung Berlin Mitte.
Aufgrund der Streckenlänge verzichtete ich aufs Warmlaufen vor dem Lauf und verlegte dies auf die ersten Kilometer. Etwa bei Kilometer drei hatte ich dann erstmals zum Pacemaker aufgeschlossen, um gleich aufgrund einer "Pipi-Pause" wieder abreißen zu lassen. Aber lange hatte es nicht gedauert und ich war dran an der Gruppe. Als nächstes ging es erstmal lange geradeaus. Und das lange ist nicht übertrieben. Denn bis das nächste Mal abgebogen wurde lagen locker 6-7 Kilometer und die Straße wechselte mehrmals die Namen. Zuerst "Kaiserdamm", dann "Bismarkstraße", nach dem "Theodor-Heuss-Platz" dann "Straße des 17. Juni" und "Unter den Linden". Die Straße und die Gegend kam mir sehr bekannt vor. Ersten von meiner Tour von gestern sowie vom Berlin-Marathon 2001, wo damals der Start hinterm Theodor-Heuss-Platz war und man zuerst Richtung Osten lief. Die 10-Kilometer-Läufer hatten uns schon wieder auf dem Bismarkdamm verlassen, die Halbmarathonis machten sich schon im Tiergarten auf dem Rückweg. Nur die LäuferInnen der 25 Kilometer hatten das Glück durch das Brandenburger Tor zu laufen. Danach ging es vorbei an einer Ecke Berlins wo ich bisher noch nicht gewesen war. Am Gendarmenmarkt mit dem Konzerthaus und dem Deutschen Dom. Hier waren dann auch die ersten 10 Kilometer geschafft. Von der Zeit her waren wir im Soll, gut eine Minute Spiel hatten wir herausgelaufen. Also alles gut? Leider nicht! Mein Knie zwickte. Wahrscheinlich wegen dem Untergrund (Asphalt, kurze Passage Pflastersteine) und der Tour von gestern. War doch zu viel gewesen. Jetzt hieß es die Schrittlängen zu ändern, anders aufzutreten und hoffen, dass es beim Zwicken bleibt und zu keinen Dauerschmerzen wird.
Bei Kilometer 11 gab es eine Zwischenzeitnahme. 1:04:19h war ich schon unterwegs. Nun ging es auf der Leipziger Straße und über den Potsdamer Platz bis wir wieder am Tiergarten waren, welcher jetzt rechter Hand von uns lag. Über die Hälfte der Strecke war in der Zwischenzeit geschafft. Jetzt kam wieder eine Gegend, welche ich von gestern kannte: Konrad-Adenauer-Haus, Tauentzienstraße, Ku-Damm mit Gedächtniskirche. Wir waren etwa bei Kilometer 18. Von den Pacemaker kam die schon seit einiger Zeit immer wieder der Hinweis, dass ja noch der Berg kommen würde und man hoffte genug Zeit herausgelaufen hatte. Berg? In Berlin? Was sollte uns erwarten?
Auflösung kurz vor Kilometer 20. Ja die Straße war leicht ansteigend. Sicherhalber trennte ich mich hier an der 4. und letzten Getränkestation von etwas, was mich seit dem Bonn Triathlon auf allen großen Wettkämpfen bekleidet hat, aber bisher nicht benötigt wurde: Ich nahm ein Energiegel. Und das war auch gut so. Denn was jetzt kam, glaubt nur einer, welcher diesen Lauf schon mal gelaufen ist. Das kleine Bergchen wollte irgendwie nicht enden. Ich schätze mal etwa 2 Kilometer ging es leicht ansteigend, vorbei an der Messe durch Charlottenburg. Wenn man aber den Hinweg Revue passieren lässt, muss man feststellen, dass es die ersten Kilometer auch leicht bergab ging. Unangenehm war nur der bereits angesprochene Wind, welchen man hier am "Berg" deutlich spürte, kam er doch ausgerechnet von vorne.
Ich hatte mich am Beginn des Anstieges  etwas von der 2:30h-Gruppe gelöst. Die Schritte wurden dadurch etwas länger, was mein Knie ein wenig entlastete. Das Zwicken sollte mich aber bis ins Ziel und noch die nächsten Tage begleiten.
Der Veranstalter hatte genau bei Kilometer 21,1 eine Zeitnahme aufgebaut, welche ich nach 2:04:24h überquerte. Weit war es nun nicht mehr und schon waren wir wieder am Olympische Platz, wo sich der Start befand. Blick auf das Olympiastadion, was zum greifen nah war, und was sehen meine Augen: das Kilometerschild mit der "23". Stimmt ja. Laut Ausschreibung wird ja noch eine Schleife um das Stadion gelaufen, bevor es ins Stadion und auf die letzten 400 Meter ging. Ich habe ja schon Olympiastadionerfahrung: erstmals 2002 in München und ein Jahr später in Amsterdam. Das Marathontor in München war schon der Hammer, aber dieser Tunnel den man hier durchlaufen musste bis man das Marathontor erreichte, der hatte auch was. Ich schätze mal 200-300 Meter hatte er, bis wir endlich auf der blauen Tartanbahn im Olympiastadion waren. Die Stimmung im Stadion war nicht so gut wie ich sie aus München in Erinnerung hatte, trotzdem war es ein unbeschreibliches Gefühl in dieses große und berühmte Stadion einzulaufen. Das ein Schlussspurt nicht mehr drin war und bei meiner Zeit auch nicht mehr notwendig, sei hier nur am Rande erwähnt. Trotzdem liess ich es mir nicht nehmen mit erhobenen Händen nach 2:27:09h über die Ziellinie zu laufen. Denn diese 25 Kilometer waren die längste Distanz welche ich laufend nach meine Nieren-OP zurückgelegt habe.

Ich habe leider keine Kilometerzeiten, da meine Sportuhr auf Fahrradmodus ohne Auto-Kilometer eingestellt war. Daher kann ich nur die im Bericht angegebenen offiziellen Zeiten liefern.
Was ich aber noch liefern kann ist die Plazierung. Gesamtplatz 2021; in meiner Altersklasse Platz 234. Platz aller männlichen Teilnehmer: 1657
Gesamtzeit netto: 2:27:09h - Gesamtzeit brutto: 2:29:53h

Bilder folgen
Kein Kommentar
Zurück zum Seiteninhalt