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Berlin Marathon 2001

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Berlin, Berlin, ich laufe durch Berlin

 
Ich habe es geschafft. Mein 1. Marathon! Für die 42,195 km benötigte ich am 30. September 3:55:59 Std. Mit dieser Leistung bin ich total zufrieden. Aber trotzdem habe ich so einiges falsch gemacht, und somit mir vielleicht eine bessere Zeit verbaut.

Die Vorbereitung:

Zuerst einmal habe ich gegen alle in irgendwelchen Büchern und einschlägigen Zeitschriften aufgestellten Regeln verstossen. So z.B. laufe ich erst seit ca. 1 1/2 Jahren, nicht wie vorgeschlagen seit mindestens 3 Jahren. Im Juli habe ich krankheitsbedingt keinen Meter gelaufen, genauso wie in meinem Urlaub Anfang September. Und einen richtig langen Lauf über 30 Kilometer konnte ich auch nicht nachweisen, da mir beruflich die Zeit fehlte. Nur die gute Halbmarathonzeit motivierte mich ein wenig. Und die Wetten meiner Arbeitskollegen. Sie wetteten nicht etwa darauf ob ich durchkomme oder nicht, sondern bei welchem Kilometer ich aussteige. Mein Ziel: Ankommen in unter 4:30 Std.

Bereits am Mittwoch vor dem Wettkampf reisten meine Freundin und ich an. In Babelsberg haben wir eine kleine Pension bezogen. Von hier aus starteten alle Sightseeingtouren, ob nach Potsdam, den Filmpark Babelsberg oder nach Berlin. Ich glaube bei diesem Touren liefen wir auch schon den ein oder anderen Marathon. Dies jedenfalls meinten meine Beine in der Nacht vor dem Start.

Der Lauf:

Um 5:30 Uhr war die Nacht zu Ende. Die halbe Pension war in Turnschuhen und Jogginghose zum Frühstück erschienen. Da waren also einige der über 30000 erwarteten Läufer. Mit der S-Bahn ging es dann zum Bahnhof Zoo. Hier begann ein ungewolltes Warmlaufprogramm, denn mit der Bahn war kein Durchkommen mehr zum Ernst-Reuter-Platz, wo sich der Start befand. Da ich nicht, wie ich irgendwo gelesen hatte, ein zu schnelles Tempo angehen wollte, ordnete ich mich im hinteren Teil des Lauffeldes ein. Ein kleiner Fehler, wie ich kurz nach dem Start bemerkte. Über 10 Minuten benötigte ich bis die Startlinie überquert war. Der offizielle Startschuss erfolgte 09:00 Uhr. Ab hier ging es erstmal langsam an der Siegessäule vorbei bis zum Brandenburger Tor. Da nur zwei Säulen offen waren, gab es hier einen kleinen Stau. Danach ging es ohne grössere Probleme vorbei am Berliner Dom, Alexanderplatz mit Fernsehturm, dem Rotem Rathaus und über den Potsdamer Platz in Richtung Kreuzberg und Neukölln. Hier war die Hälfte der Strecke erreicht. Die Zeit lag voll im Soll: 1:58:31 Std.



Kurz darauf ging folgende Meldung durch die Reihen der Läufer und Zuschauer: "Weltrekord. Es wurde Weltrekord gelaufen." Komisch dachte ich mir, woher wissen die das nur, ich bin doch noch nicht mal im Ziel. Ok, sie meinten nicht mich, sondern die Japanerin Takahashi, welche als erste Frau unter 2:20 Std. die Marathondistanz bewältigte. Langsam ging es auf den magischen Kilometer 30 zu. Ein wenig schmerzten die Waden, aber ansonst fühlte ich mich super. Ich war mal kurz am überlegen, ob ich mich auf eine der vielen Massageliegen an der Strecke lege, um die Beine etwas zu lockern. Aber die Gefahr nicht wieder in Tritt zu kommen war mir zu gross. Trotz der schweren Beine war ich mir ziemlich sicher, die Distanz zu schaffen. Also ging es weiter Richtung Ziellinie. Richtig gefährlich wurde es eigentlich nur noch an den Verpflegungs- & Getränkepunkten, wo einige Läufer dachten, hier ein wenig Zeit rausholen zu können, indem sie andere einfach umlaufen, oder wenn mal wieder eine Walkerwand vor einem aufgebaut war. Meist laufen diese "Sportler" zu fünft oder sechst nebeneinander, damit eine Unterhaltung besser möglich ist. Und trotz dieser kleinen Probleme, welche bestimmt auch auf anderen Strecken vorkommen: Tausende begeisterte Zuschauer und hunderte Musiker an der Strecke sorgten für eine gute Stimmung. Und besonders da, wo es am wichtigsten ist. Ab Kilometer 35 standen so viele Leute an der Strecke, da war vor lauter abklatschen kaum ein Gedanke an die restlichen Kilometer und die mehr schmerzenden Waden möglich. Bei Kilometer 40 ging es auf dem Kurfürstendamm. Am Ende dieser Straße war das Ziel. Von weitem sah man schon die Gedächtniskirche und kurz nach 13:00 Uhr war es endlich soweit. Nach einer einstudierten Jubelpose (siehe Zielfoto) war es geschafft. Überglücklich nahm ich meine erste Marathonmedaille im Empfang. Für die zweiten 21,1 Kilometer benötigte ich 1:57:28 Std.

  

Jetzt begann der letzte grosse Kampf. Nach der Aufnahme einiger Kohlenhydrate und genügend Flüssigkeit wollte ich mir eigentlich die Beine massieren lassen, doch alle Plätze waren belegt. Warten wollte ich nicht, da es langsam kühl wurde. Also machte ich mich zum verabredeten Treffpunkt. Nur da war niemand. Meine Freundin hatte zwar über eine SMS von meinem Zieleinlauf erfahren, war aber, da sie an verschiedenen Stellen nach mir schaute, zu weit vom Ku-damm entfernt. Da stand ich nun in meinen verschwitzten Laufsachen und nur mir einer Folie bedeckt. Endlich wieder vereint, machten wir uns sofort auf den Weg in die Pension. Hier ging es kurz in die Sauna und in den Wirlpool, bevor wir uns am frühen Abend zurück auf den Weg nach Fulda machten.

Das Fazit:

Im nächsten Jahr hoffe ich aus den Fehlern zu lernen, um eine bessere Zeit zu erreichen. Zuerst hoffe ich mich besser vorbereiten zu können, verzichte, zumindesten den Tag vor dem Lauf, auf ausgedehnte Sightseeingtouren und lasse mich nicht mehr so von der Stimmung an der Strecke mitreißen, indem ich mit jedem Zuschauer abklatsche. Eine höhergesteckte Zielzeit sorgt bestimmt auch für mehr Motivation in der Trainingsphase. Auch werde ich nicht mehr so weit hinten in ein Rennen einsteigen. Ich bin der Meinung, dass ich so willensstark bin, von Anfang an mein eigenes Tempo zu gehen.

Alle Zwischenzeiten:

5km: 29:14 min; 10 km: 56:26 min; 15 km: 1:24:05 Std; 20 km: 1:51:28 Std; HM: 1:58:31 Std; 25 km: 2:19:55; 30 km: 2:48:45 Std; 35 km: 3:17:01 Std; 40 km: 3:44:33 Std, Ziel: 3:55:59 Std

Platzierung:

12253 (1382 MHK)



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