Amsterdam Marathon 2003 - www.planet-coolrunners.de

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Amsterdam Marathon 2003

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Der Spaßmarathon von Amsterdam
Oder wie die Lust am Laufen wiederkam

Es gab zuletzt Tage, da hasste ich mich selber. Warum habe ich mich nur für den Marathon entschieden, bot Amsterdam doch neben der langen Strecke auch einen Halbmarathon, einen 10-Kilometer-Run und einen Bambinilauf über 1000 m an. Letztes wäre ideal gewesen, bekam ich in den letzen zwei Wochen die Belastungen der vergangenen 2 Monate zu spüren, insbesonders aber die Tatsache, dass ich nur 1 Woche Pause nach dem letzten Marathon hatte. Schon bei kurzen Trainingsdistanzen spürte ich meine Oberschenkel. Auch die Gelenke machten sich in der letzten Zeit bemerkbar. Zum Glück hatte ich wenigstens die leichte Erkältung auskuriert, welche mich am Lollslauf letzte Woche hinderte. Da ich aber meine feste Zusage gegeben hatte zwei Marathonneulinge unter die vier Stunden zu ziehen, musste ich da wohl durch.

Am Freitagmorgen (17.10.03) um sieben Uhr machten wir uns mit dem Bus auf den Weg von Petersberg nach Amsterdam. Insgesamt 56 Läufer/Innen machten sich auf den Weg in die wohl bekannteste Stadt Hollands. Nach einem ausgiebigen Frühstück auf einem Rasthof sowie weiteren kurzen Stopps erreichten wir gegen 15:00 Uhr das Olympiastadion von Amsterdam. Hier ging es erst mal auf die Marathonmesse, wo das Abholen der Startunterlagen auf dem Programm stand. Anschließend bezogen wir unsere Unterkunft, eine Jugendherberge im Herzen Amsterdams. Nach einem reichlichen Abendessen machten wir dann die Stadt unsicher, wobei eine Besichtigung des berühmten Rotlichtviertels natürlich nicht fehlen durfte. Den Samstag (18.10.03) begannen wir mit einer Grachtenfahrt. Diese dauerte knappe zwei Stunden und führte uns vorbei an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Anschließend wurde sich die Stadt noch mal bei Tage und zu Fuß angeschaut. Viele trafen sich auf dem Flohmarkt wieder, wo man das eine oder andere Schnäppchen machen konnte. Während sich das Groh unserer Gruppe am frühen Nachmittag schon in die Jugendherberge zurückzogen, um sich für den morgigen Tag vorzubereiten, blieben nur wenige wie ich in der Stadt. So stand bei mir noch der Besuch des Anne-Frank-Hauses, die Suche nach dem kleinsten Haus Hollands und ein Einkaufsbummel auf dem Programm. Nach über 8 Stunden und unzähligen Kilometern war auch für mich Zeit für die Rückkehr in die Jugendherberge, welche ich dann bis zum nächsten Tag nicht mehr verlassen sollte.


Vor dem Start im Olympiastadion in Amsterdam

Da der Start für den Marathon am Sonntag (19.10.03) erst um 11:00 Uhr erfolgte, gingen wir recht ausgeschlafen an den Start, welcher im Olympiastadion stattfand. Mit Digitalkamera ausgestattet und dicken Sweatshirt, von welchen ich mich erst bei Kilometer 4 trennte, stand ich mit 4287 anderen Läufern/Innen an der Startlinie. Nur meine zwei Mitläufer Alexandra und Wolfgang fehlten. War ja ein guter Beginn. Doch nach wenigen Metern hatte ich sie schon wieder und gemeinsam machten wir uns auf eine kleine, 7 Kilometer lange, Runde durch die südliche Innenstadt Amsterdams. Nach einem Anfangskilometer vom 6:00 min liefen wir bald eine Zeit um die angestrebten 5:30 min/km, welche am Ende eine Zeit von unter 4 Stunden bedeuten sollte. Zwischen Kilometer 7 und 8 ging es noch einmal durch das Olympiastadion, wo wir auch mal einen kurzen Blick auf die Spitzengruppe werfen konnten. Eine große Videoleinwand zeigte sie uns, wie sie gerade Kilometer 15 passierten. Wir selber verließen zuerst das Stadion und danach Amsterdam, um endlang des Flusses Amsel eine ca. 10 Kilometer lange Schleife zu laufen. Hier standen zwar nicht mehr so viele Zuschauer wie zuvor oder später wieder in der City, aber diejenigen welche hier raus gefunden hatten, sparten auch nicht mit Beifall. Nach 1:57:16 Std erreichten wir die Halbmarathonmarke. Wir waren noch im Soll und fühlten uns ganz gut, der eine mehr als der andere. Kurz bevor wir wieder bei Kilometer 23 wieder in die Stadt liefen unterlief mir ein Fehler, der sich wenig später deutlich zeigen sollte. Während Alex langsam weiterlief, führte ich den kurzzeitig zurückgebliebenen Wolfgang wieder zurück. Dabei überzogen wir anscheinend das Tempo, denn Wolfgang hatte dann ab Kilometer 30 Probleme unser Tempo weiterzugehen. Besonders zu schaffen machte ihn, dass es nur Getränke- und keine Verpflegungsstände auf der Strecke gab. Die vielen kleinen Anstiege über die Grachtenbrücken gaben dazu den Rest. Bei Kilometer 32 erhielten Alex und ich das ok unser Tempo alleine weiterzugehen, damit wenigstens Alex das angestrebte Ziel noch schafft. Doch nach Kilometer 36 hatte auch Alex auf einmal keine Lust mehr mit mir zu laufen. Im Nachhinein glaube ich, hatte sie hier die "Schnauze voll" von meiner guten Laune. Während sie sich quälte, hatte ich noch die Kraft anzuhalten und Fotos zu machen, um dann mit angezogenem Tempo wieder zu ihr aufzuschliessen. Wenn mir danach war, und das war öfters so, tanzte ich auch mal kurz mit den vielen Sambabands an der Strecke um die Wette. Und jede rausgestreckte Hand am Straßenrand wurde abgeklatscht, auch wenn man dafür mal kurz den Rückwärtsgang einlegen musste, um auch an schon vorbeigelaufenen Zuschauerkindern eine Freude zu machen. Man muss ja auch in meiner Leistungsklasse an seine Fans denken.

Kurz vor Kilometer 37 gab ich dann alleine Gas. Ganz locker rollte ich das Feld von hinten auf. Läufer aus Petersberg, welche ich überholte, gab ich noch aufmunternde Worte mit. Ein älterer Läufer aus Duisburg fragte mich bei Kilometer verwundert, wie man hier noch so fit sein könne. Ich antwortete ihn darauf, dass ich auch schon leichte Probleme verspüre. Aber das ist halt normal in seiner 2. Runde. Auf seinen verwunderten Ausdruck antwortete ich mit einem Lächeln und lief dem Ziel entgegen. Mein Ziel war jetzt die Zeit von Berlin zu unterbieten, also nicht die schlechteste Marathonzeit zu laufen. Also lief ich jetzt knapp unter 5 min/km, und das bei Kilometer 40. Bevor es dann ins Stadion ging, wurde noch mal kurz zu Sambarhythmen getanzt und bei der Band per Handschlag für ihre Unterstützung bedankt. Dann ging es ins gutgefüllte Amsterdamer Olympiastadion. Von den überdachten Rängen hörte man die Rasseln und Pfeifen der Zuschauer, vom Rasen aus die Musik aus dem Boxen. Um allen zu zeigen wie fit ich noch bin, sprintete ich auf der halben Stadionrunde dem Ziel entgegen, um 10 m vor der Ziellinie stehen zu bleiben, damit ich schnell meine Bruttozielzeit abfotografieren konnte. Erst dann ging es über die Ziellinie.

  

Meine selbstgestoppte Endzeit war 3:55:12,38 Std. Damit habe ich die Berlin-Zeit um ca. 45 sec. unterboten. Alex kam nach 4:01 Std und Wolfgang nach 4:12 Std ins Ziel. Nicht schlecht für ihren ersten Marathon, wobei auch noch erwähnt werden muss, das bei beiden am Freitagmorgen wegen einer starken Erkältung ein Start in weite Ferne gerückt war.

  

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